BVMed fordert Umsetzung der MedTech-Strategie 2026
Branche sieht 2025 als Weichenjahr – jetzt müsse Politik konkrete Rahmenbedingungen liefern
Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) bewertet das Jahr 2025 als entscheidendes Weichenjahr für die Medizintechnik in Deutschland. Im neuen Jahresbericht fordert der Verband nun die konsequente Umsetzung politischer Strategien in konkrete Maßnahmen. Ziel sei eine Stärkung von Versorgung, Innovation und Standortbedingungen im Gesundheitswesen.
Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) hat seinen Jahresbericht 2025/2026 vorgelegt und zieht darin eine grundsätzlich positive Bilanz der gesundheitspolitischen Entwicklungen des vergangenen Jahres. Gleichzeitig richtet der Verband klare Erwartungen an die Bundesregierung: Politische Strategien müssten nun in konkrete, praxiswirksame Maßnahmen überführt werden.
Zur BVMed-Mitgliederversammlung wirft der BVMed einen kurzen Blick zurück und in die Zukunft: Was hat sich im letzten Jahr getan? Was muss noch geschehen? Im Jahresbericht werden die zentralen Themen der MedTech-Branche und die Arbeit des BVMed zusammengefasst.
Im Mittelpunkt steht die Einschätzung, dass das Jahr 2025 zentrale Weichen für die Medizintechnikbranche gestellt hat. Erstmals wurde die MedTech-Branche im Koalitionsvertrag ausdrücklich als Leitwirtschaft anerkannt. Zudem wurde ein umfassender Strategieprozess auf Bundesebene gestartet, der die Rahmenbedingungen für Innovation, Versorgung und Standortentwicklung neu ausrichten soll.
Nach Einschätzung des BVMed reicht diese strategische Grundlage jedoch nicht aus, um die strukturellen Herausforderungen im Gesundheitswesen zu bewältigen. Insbesondere Bürokratie, lange Zulassungsprozesse und regulatorische Unsicherheiten gelten weiterhin als Hemmnisse für Innovationen. Der Verband fordert daher planbare Rahmenbedingungen und eine beschleunigte Umsetzung regulatorischer Reformen.
Ein zentrales Anliegen betrifft die Weiterentwicklung der europäischen Medizinprodukteverordnung (MDR) sowie den Abbau administrativer Belastungen für mittelständische Unternehmen. Die Branche ist stark mittelständisch geprägt und spielt gleichzeitig eine wichtige Rolle für Beschäftigung und Wertschöpfung im deutschen Gesundheitswesen.
Darüber hinaus sieht der Verband erheblichen Handlungsbedarf bei der Modernisierung der Versorgungsstrukturen. Themen wie Krankenhausreform, Ambulantisierung und Digitalisierung müssten stärker mit medizintechnischen Innovationen verzahnt werden. Medizintechnik dürfe dabei nicht nur als Lieferant von Produkten verstanden werden, sondern als integraler Bestandteil moderner Versorgungskonzepte.
Auch die Versorgungssicherheit gewinnt aus Sicht der Branche an Bedeutung. Der BVMed verweist auf die Notwendigkeit stabiler Lieferketten, strategischer Produktionskapazitäten und einer stärkeren Resilienz gegenüber geopolitischen und handelspolitischen Risiken. Diese Aspekte seien insbesondere vor dem Hintergrund der Erfahrungen der vergangenen Jahre zentral für die Krisenfestigkeit des Gesundheitssystems.
Zugleich betont der Verband die wirtschaftliche Bedeutung der MedTech-Branche. Mit rund 210.000 Beschäftigten in Deutschland, einem hohen Exportanteil und einer ausgeprägten Forschungsintensität zählt sie zu den wichtigsten Industriezweigen im Gesundheitssektor. Rund neun Prozent des Umsatzes werden in Forschung und Entwicklung investiert.
Der BVMed sieht daher 2026 als entscheidendes Umsetzungsjahr. Nur wenn politische Strategien konsequent in konkrete Reformschritte überführt werden, könne sowohl die medizinische Versorgung als auch die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland nachhaltig gestärkt werden.






