AMEOS baut Klinikstrukturen in Holstein gezielt um
Leistungen werden gebündelt und ambulante Angebote ausgebaut
Die AMEOS Gruppe richtet ihre Klinikstrukturen in Holstein neu aus. Wie das Unternehmen mitteilt, werden Leistungen standortübergreifend gebündelt und ambulante Angebote ausgebaut. Hintergrund sind die Krankenhausreform sowie zunehmender wirtschaftlicher Druck im Gesundheitswesen.
Die Krankenhauslandschaft in Deutschland steht vor tiefgreifenden Veränderungen, die sich zunehmend auch auf regionale Versorgungsstrukturen auswirken. Vor diesem Hintergrund hat die AMEOS Gruppe eine strategische Neuausrichtung ihrer somatischen Kliniken in Holstein eingeleitet. Ziel ist es, medizinische Leistungen stärker zu bündeln, ambulante Versorgungsformen auszubauen und die wirtschaftliche Tragfähigkeit der Standorte langfristig zu sichern.
Auslöser für die Anpassungen sind neben der laufenden Krankenhausstrukturreform auch steigende Kosten und zunehmende regulatorische Anforderungen. Insbesondere nicht refinanzierte Tarifsteigerungen und politische Eingriffe verschärfen die wirtschaftliche Situation vieler Kliniken. Der aktuelle Referentenentwurf des Bundesgesundheitsministeriums zur Stabilisierung der GKV-Beiträge wird von Trägerseite zusätzlich kritisch bewertet, da weitere Belastungen erwartet werden.
Kern der Neuausrichtung ist eine stärkere Spezialisierung der einzelnen Standorte
Das AMEOS Klinikum Oldenburg wird gezielt ausgebaut und entwickelt sich zu einem zentralen Versorgungsstandort. Neben der bestehenden internistischen und chirurgischen Versorgung soll insbesondere der ambulante Bereich gestärkt werden. Geplant ist der Aufbau eines modernen ambulanten Operationszentrums, um wohnortnahe Eingriffe effizienter anbieten zu können. Gleichzeitig bleibt die Notfallversorgung rund um die Uhr gewährleistet.
Im Zuge der Strukturmaßnahmen werden zudem bestehende Fachbereiche verlagert und konzentriert. Die Geriatrie aus Middelburg sowie das interdisziplinäre Schmerzzentrum vom Standort Fehmarn werden künftig in Oldenburg gebündelt. Damit verfolgt der Träger das Ziel, Synergien zu heben und die Versorgungsqualität durch interdisziplinäre Zusammenarbeit zu verbessern.
Parallel dazu wird das AMEOS Klinikum Eutin in seiner Rolle als Schwerpunktversorger gestärkt. Komplexe chirurgische Eingriffe sollen künftig dort konzentriert werden. Zudem wird die Neurologie einschließlich Stroke Unit und Frührehabilitation aus Oldenburg nach Eutin verlagert. Diese Maßnahmen erweitern das medizinische Spektrum und stärken insbesondere die Notfallversorgung am Standort.
Der Standort Fehmarn bleibt weiterhin Bestandteil der regionalen Versorgung, allerdings mit klarem Fokus auf ambulante Leistungen. Über das Poliklinikum wird die fachärztliche Versorgung insbesondere in der Chirurgie und Orthopädie sichergestellt. Damit folgt AMEOS dem politischen Ziel, stationäre Kapazitäten zu reduzieren und ambulante Strukturen auszubauen.
Insgesamt zielt die Neustrukturierung darauf ab, die Versorgung in der Region Holstein trotz schwieriger Rahmenbedingungen stabil zu halten. Gleichzeitig sollen effizientere Arbeitsstrukturen geschaffen und die Zukunftsfähigkeit der Standorte gesichert werden. Der Träger sieht darin einen notwendigen Schritt, um den Herausforderungen der Krankenhausreform und der angespannten Finanzlage aktiv zu begegnen.





