TK Bayern: 21 % weniger vollstationäre Patient:innen in zehn Jahren – Auslastung und Klinikfinanzierung unter Druck

Techniker Krankenkasse fordert zügige Umsetzung der Krankenhausreform – Ambulantisierung als Haupttreiber

In Bayern ist die Zahl der vollstationär behandelten Patientinnen und Patienten in den vergangenen zehn Jahren deutlich zurückgegangen. Wie die Techniker Krankenkasse (TK) unter Berufung auf altersstandardisierte Daten des Statistischen Bundesamts berichtet, lag die Fallzahl im Jahr 2023 bei rund 19.200 stationären Fällen pro 100.000 Einwohner – das entspricht einem Rückgang von 21 Prozent gegenüber dem Jahr 2013 (über 23.200 Fälle). Bundesweit fiel der Rückgang mit 19 Prozent etwas geringer aus (von 23.500 auf 19.700).

Klinik-Auslastung gesunken – trotz weniger Betten

Parallel zur sinkenden Fallzahl nahm auch die Auslastung der Klinikbetten in Bayern ab: von 76,2 % im Jahr 2013 auf nur noch 71,2 % in 2023. Dabei wurde im selben Zeitraum rund 10 Prozent der Bettenkapazität abgebaut.
Laut Christian Bredl, Leiter der TK in Bayern, sei medizinischer Fortschritt die zentrale Ursache: „Viele Eingriffe und Diagnosen, etwa bei Herz-, Krebs- oder orthopädischen Erkrankungen, erfolgen heute ambulant.“ Dies verschärfe jedoch die ökonomische Lage vieler Kliniken, da Einnahmen wegbrechen, während Fixkosten bestehen bleiben.

TK fordert: Reform umsetzen – Finanzierung sichern

Die Krankenhausreform sei laut TK ein notwendiger und geeigneter Weg, um Überkapazitäten abzubauen und die Qualität zu verbessern – vorausgesetzt, sie werde konsequent umgesetzt. Dabei seien Bund und Länder in der Pflicht, die notwendigen Investitionen zu finanzieren. Bredl betont: „Die Kosten der Transformation dürfen nicht einseitig auf die Beitragszahlenden abgewälzt werden.

Ziel müsse eine stärkere Spezialisierung der Kliniken, eine klare Aufgabenverteilung sowie eine verlässliche Investitions- und Transformationsfinanzierung sein – nicht zuletzt, um die stationäre Versorgung wirtschaftlich tragfähig und medizinisch hochwertig aufzustellen.