Simulation der Auswirkungen des Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetzes (KHVVG) auf die stationäre HNO-Versorgung

Fachgesellschaften warnen vor Einschnitten und Zentralisierung – Mindestvorgaben und Strukturkriterien verändern die Versorgungslandschaft

Die Reform der stationären Krankenhausversorgung durch das Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz (KHVVG) bringt tiefgreifende strukturelle Änderungen mit sich – auch und besonders im Fachgebiet der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde (HNO). Eine aktuelle Simulationsstudie, verfasst von führenden HNO-Expert:innen aus Wissenschaft und Klinik, analysiert systematisch die potenziellen Auswirkungen des KHVVG auf die HNO-Versorgung in Deutschland.

Im Zentrum steht dabei ein leistungsgruppenbasiertes Planungssystem, das eine gezielte Steuerung durch Mindeststandards und Vorhalteverpflichtungen vorsieht. Für die HNO wurden im Rahmen der Bundesregelung zwei Leistungsgruppen definiert:

  • Allgemeine HNO-Heilkunde,
  • Cochlea-Implantat-Versorgung.

Die Studie hebt insbesondere die künftig geltenden Mindestanforderungen an Fachabteilungen hervor. Dazu zählen unter anderem:

  • Drei vollzeitäquivalente HNO-Fachärzte,
  • Rufbereitschaft rund um die Uhr (24/7),
  • Mindestfallzahlen in den jeweiligen Leistungsgruppen,
  • Beschränkungen für onkochirurgische Eingriffe auf Zentren mit entsprechender Strukturqualität.

Diese Vorgaben haben zur Folge, dass zahlreiche kleinere Abteilungen oder belegärztlich organisierte Standorte künftig nicht mehr eigenständig tätig sein können. Besonders betroffen sind Einrichtungen, die bislang ohne durchgehende ärztliche Präsenz oder nur mit einem begrenzten Leistungsspektrum arbeiten.

Lang S., Hoffmann T. K., Deitmer T., Jäckel M., Rohwer S., Mattheis S., Stöver T., Rotter N., Zahnert T., Peukert J. (2025): Simulation möglicher Auswirkungen des Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetzes (KHVVG) auf die stationäre Versorgung in der HNO-Heilkunde.