Kritik an G-BA-Vorsitzendem: Sorge um flächendeckende Klinikversorgung
Aktionsgruppe „Schluss mit Kliniksterben in Bayern“ warnt vor Strukturabbau
Die Aktionsgruppe „Schluss mit Kliniksterben in Bayern“ übt scharfe Kritik an Äußerungen des Vorsitzenden des Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA). Hintergrund ist die Forderung, die Zahl der Krankenhäuser in Deutschland von derzeit rund 1.700 auf etwa 1.000 Standorte zu reduzieren.
Nach Auffassung der Initiative gefährden solche Vorschläge die flächendeckende klinische Versorgung – insbesondere in Bayern. In einer Stellungnahme aus Himmelkron vom 21. Februar 2026 heißt es, der G-BA nehme mit entsprechenden Aussagen bewusst Einfluss auf die laufende Gesetzgebung zum Krankenhausreformänderungsgesetz.
Einfluss auf Reformdebatte kritisiert
Klaus Emmerich, Klinikvorstand i. R. und Vertreter der Aktionsgruppe, sieht durch die Positionierung des G-BA die Forderungen der Bundesländer nach maßvollen Strukturvorgaben und Ausnahmetatbeständen untergraben. Ziel der Länder sei es, regionale Besonderheiten zu berücksichtigen und die wohnortnahe Versorgung zu sichern.
Die Initiative argumentiert, Deutschland und Bayern verfügten bereits heute nicht mehr überall über eine ausreichende flächendeckende Versorgung mit Allgemeinkrankenhäusern, einschließlich Basisnotfallversorgung. Weitere Klinikschließungen würden die Situation verschärfen.
Kontroverse um Strukturreform
Die Debatte steht im Kontext der laufenden Krankenhausreform, die eine stärkere Spezialisierung, Leistungsgruppen-Zuordnung und strukturelle Konzentration vorsieht. Befürworter verweisen auf Qualitätsgewinne und effizientere Ressourcennutzung durch Bündelung komplexer Leistungen. Kritiker warnen hingegen vor Versorgungslücken im ländlichen Raum und längeren Anfahrtswegen für Notfälle.
Die Aktionsgruppe fordert, den Einfluss gesundheitsökonomischer Steuerungsmodelle zu begrenzen und die Sicherstellung der wohnortnahen Grund- und Notfallversorgung in den Mittelpunkt der Reform zu stellen.
Hintergrund
Erst vor wenigen Tagen hat die Aktionsgruppe Schluss mit Kliniksterben in Bayern gegen die Übergabe des Bundes-Klinikatlas vom Bundesgesundheitsministerium an den Gemeinsamen Bundesausschuss protestiert. Der Bundes-Klinikatlas bewertet keine Ergebnisqualität der Krankenhäuser sondern lediglich deren Strukturen. Damit werden kleine ländliche Krankenhäuser mit guter Ergebnisqualität aufgrund begrenzter klinischer Angebote automatisch schlecht bewertet. Im Zusammenhang mit der Forderung nach nur noch 1.000 Krankenhäusern könnte der Klinikatlas weiter zweckentfremdet werden.






