Geriatrische Rehabilitation kann Pflegekosten um 558 Mio. Euro senken

Bundesverband Geriatrie sieht großes Einsparpotenzial durch Reha-Ausbau

Die geriatrische Rehabilitation könnte nach Einschätzung des Bundesverbandes Geriatrie erhebliche finanzielle Entlastungen für die soziale Pflegeversicherung ermöglichen. Wie Geschäftsführer Dirk van den Heuvel im Rahmen eines Parlamentarischen Frühstücks im Deutschen Bundestag am 14. April 2026 erklärte, könnten durch eine Reduktion von Pflegebedürftigkeit um 25 Prozent Einsparungen von rund 558 Millionen Euro jährlich erzielt werden. Gleichzeitig wurde die Bedeutung flächendeckender Rehabilitationsstrukturen betont.

Der Bundesverband Geriatrie hat im politischen Raum erneut auf die wirtschaftliche und versorgungsstrukturelle Bedeutung der geriatrischen Rehabilitation hingewiesen. Im Mittelpunkt der Argumentation stehen Modellrechnungen, die im Rahmen eines Parlamentarischen Frühstücks im Deutschen Bundestag vorgestellt wurden. Demnach könnten durch eine gezielte Vermeidung oder Verzögerung von Pflegebedürftigkeit in der gesetzlichen Pflegeversicherung erhebliche finanzielle Effekte erzielt werden.

Konkret beziffert der Verband das mögliche Einsparvolumen auf rund 2,173 Milliarden Euro durch eine Reduktion der Pflegebedürftigkeit um 25 Prozent. Dem gegenüber stehen nach den Berechnungen Kosten für stationäre geriatrische Behandlung in Höhe von etwa 1,615 Milliarden Euro. Daraus ergibt sich nach Darstellung des Bundesverbandes ein Nettoeinsparpotenzial von rund 558 Millionen Euro pro Jahr. Zusätzlich wird darauf hingewiesen, dass sich die wirtschaftlichen Effekte weiter erhöhen würden, wenn Pflegebedürftigkeit langfristig verhindert oder deutlich hinausgezögert werden kann.

Geschäftsführer Dirk van den Heuvel betonte im Rahmen der Veranstaltung, dass diese Effekte jedoch nur dann realisiert werden können, wenn entsprechende Rehabilitationsstrukturen flächendeckend und bedarfsgerecht zur Verfügung stehen. Zudem müsse der Zugang zur geriatrischen Rehabilitation deutlich niedrigschwelliger gestaltet werden, um die tatsächliche Inanspruchnahme zu erhöhen. Ohne eine strukturelle Stärkung des Reha-Sektors bleibe das wirtschaftliche Potenzial ungenutzt, so van den Heuvel.

Das Parlamentarische Frühstück wurde durch das Aktionsbündnis Deutscher Reha-Tag organisiert. Neben Vertreterinnen und Vertretern des Bundesverbandes Geriatrie nahmen auch Abgeordnete des Deutschen Bundestages, Fachvertreter aus dem Bundesgesundheits- und Bundesarbeitsministerium sowie Akteure der Rehabilitationsbranche teil. Der Austausch wurde durch Beiträge der Deutschen Rentenversicherung Bund sowie der Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe ergänzt, die die gesellschaftliche Bedeutung der Rehabilitation hervorhoben.

Der Deutsche Reha-Tag versteht sich als branchenübergreifendes Bündnis von über 20 Institutionen aus dem Rehabilitationsbereich. Ziel ist es, die Bedeutung, Wirksamkeit und Leistungsfähigkeit der Rehabilitation in Deutschland stärker in der Öffentlichkeit zu verankern. Für das Jahr 2026 steht der Aktionstag unter dem Motto „Reha unterstützt. Reha wirkt. Reha lohnt sich.“ und wird bundesweit am 26. September begangen.

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