Rheinland-Pfalz legt Krankenhausinvestitionsprogramm 2026 vor

Land stellt 148,5 Millionen Euro bereit – mit Transformationsfonds insgesamt über 377 Millionen Euro Investitionsvolumen

Das Land Rheinland-Pfalz hat das Krankenhausinvestitionsprogramm 2026 vorgestellt und bekräftigt damit seine Rolle als zentraler Finanzierungspartner der stationären Versorgung. Wie Gesundheitsminister Clemens Hoch erklärte, stehen den Krankenhäusern im laufenden Jahr 148,5 Millionen Euro an regulären Investitionsmitteln zur Verfügung. Zusammen mit Mitteln aus dem Krankenhaustransformationsfonds und weiteren Sonderprogrammen beläuft sich das Gesamtinvestitionsvolumen 2026 auf über 377 Millionen Euro.

Von den 148,5 Millionen Euro entfallen 80,5 Millionen Euro auf Einzelmaßnahmen für bauliche Investitionen sowie 68 Millionen Euro auf die Pauschalförderung, die in zwei Tranchen ausgezahlt wird. Damit erhöht das Land die originären Krankenhausinvestitionsmittel erneut. Seit 2021 seien diese schrittweise von 128 Millionen Euro auf nunmehr 148,5 Millionen Euro gestiegen – ein Plus von rund 16 Prozent.

Transformationsfonds und Sondervermögen ergänzen Förderung

Zusätzlich können bereits 2026 rund 229 Millionen Euro aus dem Transformationsfonds abgerufen werden, sobald die bundesrechtlichen Rahmenbedingungen final festgelegt sind. Ergänzend sieht die Investitionsoffensive „Rheinland-Pfalz-Plan für Bildung, Klima und Infrastruktur“ über zwölf Jahre 133,7 Millionen Euro für Krankenhausinvestitionen vor, unter anderem für Klima-, Energie- und Innovationsmaßnahmen sowie die Erstausstattung geplanter Regiokliniken.

Breites Förderportfolio im Investitionsprogramm 2026

Das Krankenhausinvestitionsprogramm 2026 umfasst 48 Krankenhausstandorte und Tageskliniken sowie 61 Einzelmaßnahmen, davon 50 erstmals gefördert. Die Bandbreite reicht von kleineren Maßnahmen – etwa der Modernisierung einzelner MRT-Räume – bis hin zu kompletten Krankenhausneubauten, wie dem Marienhaus Klinikum Hetzelstift in Neustadt an der Weinstraße.

Für 2026 definiert das Land sieben Förderschwerpunkte:

  • umfangreiche Neu- und Anbauten
  • Psychiatrie
  • Funktionsbereiche (u. a. Notaufnahmen, Radiologie, Endoskopie)
  • Ausbildungsstätten
  • OP-Abteilungen
  • Pflegebereiche inklusive Intensivstationen
  • energetische Maßnahmen

Allein für umfangreiche Neu- und Anbaumaßnahmen sind 24 Millionen Euro vorgesehen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der psychiatrischen Versorgung, für die 12,9 Millionen Euro bereitgestellt werden. Damit sollen unter anderem Erweiterungen, Neubauten und Umstrukturierungen in Alzey, Andernach, Bad Neuenahr, Klingenmünster, Limburgerhof, Ludwigshafen, Rockenhausen, Bad Dürkheim, Lahnstein und Saarburg gefördert werden.

Investitionen in Funktions- und Pflegebereiche

Für Notaufnahmen, Endoskopien, Geburtshilfe, Radiologie und klinische Arztdienste sind 10,8 Millionen Euro eingeplant. Darüber hinaus stellt das Land 4,2 Millionen Euro für die Modernisierung von Pflegebereichen und Intensivstationen bereit. Ziel ist es, zusätzliche Kapazitäten zu schaffen, moderne Unterbringungsstandards zu etablieren und die Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte zu verbessern.

Auch OP-Abteilungen werden mit 5 Millionen Euro gefördert, unter anderem in Dierdorf und Speyer. Ein zukunftsorientierter Schwerpunkt ist zudem die Förderung der Ausbildungsstätten: Dafür stehen 9,1 Millionen Euro zur Verfügung, die pauschal anhand besetzter Ausbildungsplätze in Pflege und Physiotherapie ausgezahlt werden.

Fokus auf Resilienz und Nachhaltigkeit

Weitere 3 Millionen Euro sind für isolierte energetische Maßnahmen vorgesehen, etwa Photovoltaik-Anlagen oder energetische Fassadensanierungen. Daneben werden zahlreiche kleinere Maßnahmen gefördert, darunter Küchenerweiterungen, IT- und Netzwerkausbau, Brandschutz- und BOS-Funkanlagen.

Gesundheitsminister Hoch betonte, dass im Investitionsprogramm alle bewilligungsreifen Maßnahmen berücksichtigt worden seien. Ziel sei es, die Krankenhauslandschaft in Rheinland-Pfalz strukturell zu modernisieren, resilienter aufzustellen und langfristig leistungsfähig zu halten.

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