Kliniken fordern Ausfallfonds für nicht versicherte Patienten

Krankenhausgesellschaft Rheinland-Pfalz beziffert ungedeckte Behandlungskosten auf mittleren zweistelligen Millionenbetrag jährlich

Wie der SWR berichtet, bleiben Krankenhäuser in Rheinland-Pfalz regelmäßig auf den Behandlungskosten für Patienten ohne oder mit ungeklärtem Krankenversicherungsschutz sitzen. Die Krankenhausgesellschaft Rheinland-Pfalz schätzt die daraus entstehende Belastung für die Kliniken auf einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag pro Jahr. Sie fordert deshalb einen Ausfallfonds zur Finanzierung nicht gedeckter Behandlungskosten.

Betroffen sind nach Recherchen des SWR unter anderem das Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen in Trier, das Brüderkrankenhaus Trier, das Klinikum Ludwigshafen und die Universitätsmedizin Mainz. Allein im Klinikum Mutterhaus werden in der Notaufnahme jährlich rund 30.000 Patienten behandelt. Etwa 50 von ihnen verfügen nach Angaben des Hauses über keinen Versicherungsschutz. Trotz der vergleichsweise geringen Fallzahl können daraus erhebliche finanzielle Belastungen entstehen.

Klinikmanager Johannes Schröder beziffert das dadurch entstehende Defizit des Mutterhauses auf bis zu 500.000 Euro jährlich.

Krankenhausgesellschaft fordert Ausfallfonds

Die Krankenhausgesellschaft Rheinland-Pfalz sieht ein strukturelles Finanzierungsproblem. Geschäftsführer Andreas Wermter schätzt, dass den Krankenhäusern im Land durch nicht bezahlte Behandlungen insgesamt ein mittlerer zweistelliger Millionenbetrag pro Jahr fehlt.

Der Verband fordert deshalb einen Ausfallfonds für Patienten ohne oder mit ungeklärtem Versicherungsstatus. Aus diesem sollen Behandlungskosten finanziert werden, wenn kein anderer Kostenträger eintritt. Damit soll verhindert werden, dass das wirtschaftliche Risiko einer medizinisch notwendigen Behandlung letztlich allein beim Krankenhaus verbleibt.