Kliniken erhalten 550 Millionen Euro – MD-Prüfquote kann auf ein Prozent sinken

Linnemann will zusätzliche Finanzhilfen über die Notfallreform auszahlen – Krankenhäuser mit mindestens 90 Prozent unbeanstandeten Abrechnungen sollen bei MD-Prüfungen deutlich entlastet werden

Die Krankenhäuser sollen Anfang 2027 zusätzlich 550 Millionen Euro erhalten. Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) kündigte auf dem Krankenhausgipfel der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) an, die bereits zugesagten Finanzhilfen über die geplante Notfallreform gesetzlich umzusetzen. Gleichzeitig stellte er eine neue Prüfquotenklasse für Krankenhausabrechnungen in Aussicht: Kliniken mit mindestens 90 Prozent unbeanstandeten Abrechnungen sollen künftig nur noch eine MD-Prüfquote von einem Prozent erhalten. Darüber berichtet hct.online. Die Ankündigungen wurden auch vom Deutschen Ärzteblatt und der AOK bestätigt.

Die zusätzlichen 550 Millionen Euro gehen auf eine Zusage der Bundesregierung an die Länder im Zusammenhang mit dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz zurück. Nach Linnemanns Plänen soll die Auszahlung nun in die Notfallreform aufgenommen werden. Das Gesetz befindet sich im parlamentarischen Verfahren und soll noch 2026 verabschiedet werden.

Ein Prozent Prüfquote bei mindestens 90 Prozent unbeanstandeten Rechnungen

Für das Medizincontrolling besonders relevant ist die angekündigte Änderung der MD-Prüfquoten. Eine zusätzliche Prüfquotenklasse soll Krankenhäuser belohnen, deren Abrechnungen zu mindestens 90 Prozent unbeanstandet bleiben. Für diese Häuser soll die zulässige Prüfquote auf ein Prozent sinken.

Damit würde die Unbeanstandetenquote künftig noch stärker über den Umfang der MD-Prüfungen entscheiden. Die quartalsbezogenen Prüfquoten werden bereits heute auf Grundlage der Ergebnisse vorangegangener Abrechnungsprüfungen ermittelt.

Parallel kündigte Linnemann weitere Maßnahmen zum Bürokratieabbau an. Ein geplantes Hilfsmittelmodernisierungs- und Bürokratieabbaugesetz soll unter anderem Doppelprüfungen reduzieren und Kontrollen stärker risikoorientiert ausgestalten.