Hamburg finanziert sechs Gesundheitszentren bis 2030 weiter
Förderung steigt auf 200.000 Euro je Standort und Jahr – Evaluation zeigt hohe Zufriedenheit und starke Lotsenfunktion
Hamburg verstetigt die Förderung seiner sechs Lokalen Gesundheitszentren (LGZ) bis Ende 2030 und erhöht die jährliche Förderung auf 200.000 Euro je Standort. Grundlage für die Weiterentwicklung ist eine wissenschaftliche Begleitevaluation, die den Zentren eine wichtige Lotsen- und Koordinierungsfunktion in der Primärversorgung bescheinigt.
Die LGZ arbeiten in Billstedt, Bergedorf/Lohbrügge, Harburg, Osdorf/Lurup, Stellingen/Eidelstedt/Lokstedt und Veddel. Das Versorgungskonzept verbindet mindestens eine hausärztliche Praxis mit Community Health Nursing sowie sozialer und psychosozialer Beratung. Im rund einjährigen Beobachtungszeitraum wurden 7.755 Beratungskontakte mit etwa 2.700 Personen dokumentiert. Hinzu kamen 2.463 Vermittlungen und 1.538 Zuweisungen in weitere Versorgungsangebote.
Die Nutzerbefragung zeigt eine hohe Zufriedenheit: 96,8 Prozent fühlten sich mit ihrem Anliegen verstanden, 98 Prozent würden das jeweilige LGZ weiterempfehlen.
Auffällig ist zugleich der hohe Anteil nicht unmittelbar medizinischer Beratungsbedarfe. Von 10.791 dokumentierten Anliegen entfielen 59,6 Prozent auf Themen außerhalb klassischer medizinischer Leistungen des SGB V, darunter soziale und finanzielle Sicherung, Pflege, Wohnen, Übersetzung und Navigation.
Die Evaluation empfiehlt unter anderem eine stärkere interprofessionelle und sektorenübergreifende Vernetzung mit Arztpraxen, Kliniken, Pflege, sozialen Diensten und Gesundheitsämtern sowie eine einheitlichere digitale Dokumentation. Der wissenschaftliche Abschlussbericht bestätigt dabei die Bedeutung von Community Health Nursing, Sozialberatung und multiprofessioneller Zusammenarbeit für das Hamburger Modell.




