GKV-Spitzenverband weist Klinik-Klagen über Kürzungen zurück
Stoff-Ahnis erwartet 2027 mindestens 6,6 Milliarden Euro mehr für Krankenhäuser und fordert Wechsel vom Protest- in den Reformmodus
Der GKV-Spitzenverband weist die Kritik der Krankenhäuser an finanziellen Kürzungen im kommenden Jahr zurück. Nach Angaben der stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden Stefanie Stoff-Ahnis sollen die Kliniken 2027 mindestens 6,6 Milliarden Euro zusätzlich von den gesetzlichen Krankenkassen erhalten. Wie foerde.news unter Berufung auf die dts Nachrichtenagentur berichtet, entspreche dies einem Einnahmenzuwachs von rund 5,5 Prozent.
Der Streit um die Krankenhausfinanzierung 2027 verschärft sich. Während Klinikverbände vor erheblichen finanziellen Belastungen und Einschnitten warnen, sieht der GKV-Spitzenverband angesichts steigender Zahlungen der gesetzlichen Krankenkassen keinen Anlass, von einer Null- oder Minusrunde für die Krankenhäuser zu sprechen.
Stefanie Stoff-Ahnis, stellvertretende Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, beziffert die zusätzlichen Mittel für die Kliniken im kommenden Jahr auf mindestens 6,6 Milliarden Euro. Gegenüber der Rheinischen Post erklärte sie, die Einnahmen der Krankenhäuser würden damit gegenüber 2026 um rund 5,5 Prozent steigen.
Die Krankenhäuser erhielten nach ihrer Einschätzung weiterhin ausreichend finanzielle Mittel, um die Versorgung sicherzustellen, Ärzte und Pflegekräfte zu bezahlen und den notwendigen Strukturwandel voranzutreiben. Deutliche Kritik äußerte Stoff-Ahnis an der Darstellung von Klinikvertretern, die trotz steigender Zahlungen von Kürzungen sprechen. Sie habe kein Verständnis dafür, dass bei zusätzlichen Milliardenbeträgen entsprechende Warnungen ausgesprochen würden.
Die GKV-Vizechefin fordert deshalb einen Kurswechsel in der Debatte um die Krankenhausreform. Es sei an der Zeit, vom Protestmodus in einen konstruktiven Gestaltungsmodus überzugehen.
Hintergrund der unterschiedlichen Bewertungen ist unter anderem die Frage, wie sich die Krankenhausvergütung 2027 tatsächlich entwickelt und welche Kostensteigerungen den zusätzlichen Einnahmen gegenüberstehen.
Landesbasisfallwerte sollen 2027 steigen
Der GKV-Spitzenverband verweist dabei auf bereits bezifferbare Steigerungen der Krankenhausvergütung. Für die Vereinbarung der Landesbasisfallwerte 2027 soll der jeweilige Wert des Jahres 2026 ohne Ausgleiche gesetzlich um 1,14 Prozentpunkte angehoben werden. Nach Berechnungen des Verbandes erhöht sich dadurch allein die Preiskomponente der Krankenhausvergütung um rund 1,35 Milliarden Euro.
Unter Einbeziehung eines angenommenen Mengenanstiegs von 0,5 Prozentpunkten errechnet der GKV-Spitzenverband für 2027 eine Steigerung um insgesamt rund 6,59 Milliarden Euro beziehungsweise 5,5 Prozent. Eine mögliche zusätzliche Tarifrefinanzierung sei dabei noch nicht berücksichtigt.
Aus Sicht des Verbandes könne deshalb weder von einer Nullrunde noch von einer Minusrunde gesprochen werden.
Streit dreht sich um Einnahmen und tatsächliche Kostenentwicklung
Die Argumentation des GKV-Spitzenverbandes betrachtet vor allem die nominal steigenden Zahlungen an die Krankenhäuser. Für die wirtschaftliche Situation der einzelnen Klinik ist jedoch entscheidend, wie sich gleichzeitig Personal-, Sach-, Energie- und weitere Betriebskosten entwickeln und in welchem Umfang diese refinanziert werden.
Damit dürfte die Auseinandersetzung um die Krankenhausfinanzierung 2027 weiter an Schärfe gewinnen. Während die Kostenträger auf steigende GKV-Ausgaben für die stationäre Versorgung verweisen, stellen die Krankenhäuser insbesondere die tatsächliche Refinanzierung ihrer Kosten und die wirtschaftlichen Folgen der politischen Sparmaßnahmen in den Mittelpunkt.




