Gesundheitsbündnisse warnen vor KHVVG und präsentieren Krankenhauschließungsbilanz 2024

Schließungen, Insolvenzen und unzureichende Finanzierung bedrohen die Gesundheitsversorgung

Gesundheitsbündnisse schlagen Alarm: Im Jahr 2024 wurden deutschlandweit 23 Krankenhäuser geschlossen, darunter fünf in Bayern, vier in Nordrhein-Westfalen und drei in Niedersachsen. Hinzu kommen zahlreiche Teilschließungen, etwa 13 Geburtshilfestationen. Die Schließungsbilanz seit 2020 umfasst mittlerweile 93 Kliniken, während über 90 weitere Einrichtungen ab 2025 akut gefährdet sind, insbesondere in Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen und NRW.

Die Versprechen der Krankenhausreform, kleinere Häuser langfristig zu schützen, werden laut Kritikern nicht erfüllt. Statt der benötigten 6 Milliarden Euro stellt das Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz (KHVVG) lediglich 500 Millionen Euro bereit. Eine Studie der Vebeto-Gruppe zeigt, dass ein Drittel der kleinen Krankenhäuser trotz der Reformmaßnahmen weiterhin gefährdet ist.

Insolvenzen und Arbeitsplatzverluste
Seit 2022 wurden 51 Insolvenzverfahren eingeleitet, davon führten zehn allein in den Jahren 2023 und 2024 zu Klinikschließungen. 26.000 Beschäftigte und 12.000 Betten sind betroffen. Zudem verzeichnen 70 % der Krankenhäuser für 2024 ein negatives Jahresergebnis. Insgesamt verloren 5.000 Mitarbeitende durch die Schließungen im Jahr 2024 ihre Arbeitsplätze, während bei den prognostizierten 358 Schließungen bis 2030 etwa 85.920 Beschäftigte betroffen sein könnten.

Widerstand in den Regionen
Vor Ort formiert sich zunehmend Protest, etwa in Brandenburg (Finsterwalde, Elsterwerda, Herzberg), Rheinland-Pfalz (Bingen), Baden-Württemberg (Wertheim), Bayern (Schweinfurt) und Mecklenburg-Vorpommern (Bützow). In vielen Fällen wurden Betten nicht ersetzt, was die Gesundheitsversorgung insbesondere in ländlichen Regionen massiv beeinträchtigt…