Gesundheitsausgaben 2023: Rückzug des Staates bei der Finanzierung – Privatwirtschaft und Haushalte springen ein

Finanzierungsanteil der öffentlichen Hand sinkt auf Vorkrisenniveau – Belastung der Versicherten steigt deutlich

Die Gesundheitsausgaben in Deutschland sind im Jahr 2023 weiter gestiegen und beliefen sich auf rund 491,6 Milliarden Euro. Das entspricht einem Zuwachs von 4,8 % gegenüber dem Vorjahr. Auffällig ist jedoch die deutliche Verschiebung der Finanzierungsstruktur: Der staatliche Finanzierungsbeitrag ging im Vergleich zu 2022 um rund ein Drittel zurück. Das teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am 23. Juli 2025 mit.

Wie Destatis mitteilt, trug der Staat im Jahr 2023 nur noch 15,4 % zur Finanzierung der laufenden Gesundheitsausgaben bei – das entspricht 75,7 Milliarden Euro. Im Vorjahr lag dieser Anteil noch bei 22,3 % (109,8 Milliarden Euro). Dieser Rückgang um 34,1 Milliarden Euro bzw. 31,1 % ist im Wesentlichen auf den Wegfall pandemiebedingter Sonderausgaben zurückzuführen. „Der staatliche Finanzierungsanteil liegt damit wieder auf dem Niveau vor der Corona-Pandemie“, so Destatis. Im Jahr 2019 betrug der Anteil ebenfalls rund 14,4 %.

Private Haushalte mit über der Hälfte der Finanzierungslast

Der Rückzug des Staates wurde maßgeblich durch private Haushalte und Unternehmen kompensiert. Besonders die privaten Haushalte sahen sich einer erheblichen Mehrbelastung gegenüber: Ihr Finanzierungsanteil stieg um 19,4 Milliarden Euro (+8 %) auf 262,5 Milliarden Euro, was einem Anteil von 53,4 % an den laufenden Gesundheitsausgaben entspricht. 2022 lag dieser Anteil noch bei 49,4 %. Knapp die Hälfte dieser Summe (124,9 Milliarden Euro) entfiel auf Sozialversicherungsbeiträge der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, ein Anstieg von 10,4 Milliarden Euro (+9,1 %).

Auch der Beitrag aus sonstigen inländischen Einnahmen – darunter fallen z. B. Zahlungen für Pflegeleistungen oder rezeptfreie Arzneimittel – stieg um 3,0 Milliarden Euro auf 55,1 Milliarden Euro (+5,8 %).

Unternehmen übernehmen mehr Verantwortung

Die Unternehmen trugen 2023 insgesamt 150,2 Milliarden Euro zur Finanzierung bei – ein Anstieg um 13,9 Milliarden Euro bzw. 10,2 %. Hauptverantwortlich dafür waren die gestiegenen Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung, die 127,8 Milliarden Euro ausmachten (+9,7 % gegenüber 2022).

Private Organisationen mit geringem, aber wachsendem Anteil

Der Anteil privater Organisationen ohne Erwerbszweck blieb mit 3,2 Milliarden Euro gering, stieg aber um 171 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr (+5,6 %). Ihr Finanzierungsanteil liegt damit bei rund 0,7 %.

Transfers und Zuschüsse dominieren staatlichen Beitrag

Von den 75,7 Milliarden Euro staatlicher Mittel entfielen laut Destatis rund 69 Milliarden Euro (91 %) auf Transfers und Zuschüsse – darunter dürften insbesondere Zahlungen an gesetzliche Krankenkassen, Pflegeversicherungen und weitere Leistungsträger fallen.