Kodierbeispiel: Hypertensive Krise mit Kopfschmerzen und Epistaxis

Kodierempfehlung & Beispiel: Was ist Hauptdiagnose?

Die Vorstellung eines Patienten erfolgt durch den bei hypertensiver Krise mit Kopfschmerzen und Epistaxis seit ungefähr 4 Tagen. Am Aufnahmetag deutliche Progredienz der Beschwerden. Hypertensiv entgleist initial 220/110mmHg. Kein Einklemmungsgefühl, keine AP-Symptomatik. Keine Übelkeit, kein Schwindel.

Als Vorerkrankungen sind ein Typ 2 und eine 3 Gefäß-Erkrankung bekannt.

Verlauf: Unter einer antihypertensiven Therapie kam es zu einer Senkung der Blutdruckwerte (zuletzt bei160 mmHg systolisch). Bei persistierender beidseitiger Epistaxis erfolgte die Anlage von 2 Nasentamponaden.

Kodierempfehlung:

  • R04.0 Epistaxis (Hauptdiagnose)
  • I10.01 Benigne essentielle Hypertonie mit Angabe einer hypertensiven Krise
  • R51 Kopfschmerz
  • I25.13 Atherosklerotische Herzkrankheit, Drei-Gefäß-Erkrankung
  • E11.90 Diabetes mellitus, Typ 2: Ohne : Nicht als entgleist bezeichnet

Begründung:

Bei einer hypertensiven Entgleisung erleiden die Patienten nicht zwangsläufig immer eine Epistaxis.  Die Zuweisung der zugrunde liegenden Krankheit als Hauptdiagnose (hier die hypertensive Entgleisung) findet in diesem Fall keine Anwendung.

Hier muss differenziert betrachtet werden, da beide Diagnosen, das verstärkte Nasenbluten und die Blutdruckentgleisung bei Aufnahme vorlagen, welche Diagnose davon die meisten Ressourcen des Krankenhauses verbraucht haben. In diesem beispielhaften Fall, war mit einer medikamentösen Therapie der Blutdruck unter Kontrolle. Das verstärkte Nasenbluten bedarf jedoch einer weiteren Therapie in Form einer Nasentamponade sowie lokale Kühlmaßnahmen.

Die im Rahmen des Aufenthaltes medikamentös mitbehandelten Diagnosen Kopfschmerz, und der Diabetes sind als Nebendiagnose zu kodieren.

Die Fallpauschale D62Z, die durch diese Konstellation im DRG-Jahr 2019 angesteuert wird, ist für ein kardiologischen Notfall eher untypisch und m.M nach nicht sachgerecht abgebildet. Ein Patient mit Blutdruckentgleisung ohne Epistaxis wird derzeit in der DRG F67D abgebildet, die ungefähr 100€ mehr erlöst als die DRG D62Z. Hier wäre wünschenswert, dass künftig solche Fälle in denen das unstillbare Nasenbluten im stationären Aufenthalt im Vordergrund steht, neben der Therapie des Bluthochdrucks ebenfalls in die F67D münden.

 

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