BVSD warne vor Schließung von 450 Schmerzabteilungen durch fehlende Leistungsgruppe
Klinikreform: Schmerzmedizin droht das Aus
Laut aktuellen Medienberichten (Dt. Ärzteblatt, 25.03.2025) haben sich Union und SPD in den Koalitionsverhandlungen darauf geeinigt, dass in den kommenden drei Jahren keine neuen Leistungsgruppen im Rahmen der Klinikreform eingeführt werden. Dies könnte schwerwiegende Folgen für die stationäre Schmerzmedizin haben, warnt Prof. Dr. Dr. Joachim Nadstawek, Vorsitzender des Berufsverbands der Ärzte und Psychologischen Psychotherapeuten in der Schmerz- und Palliativmedizin in Deutschland e.V. (BVSD).
Da die Schmerzmedizin keine eigene Leistungsgruppe erhält, sei deren Finanzierung nicht gesichert, so Nadstawek. Die Folge: Bis zu 450 Krankenhausabteilungen könnten geschlossen werden, wodurch die Versorgung von vier Millionen Patienten mit schweren chronischen Schmerzen gefährdet wäre.
Auch Judith Gerlach, bayerische Gesundheitsministerin, hatte bereits im November 2024 gewarnt, dass die strikten Strukturvorgaben der Klinikreform zu einem Wegfall wichtiger Behandlungsangebote führen könnten – insbesondere in der Schmerztherapie und bei chronischen Krankheiten. Sie forderte eine landespolitische Korrekturmöglichkeit, um regionale Besonderheiten zu berücksichtigen.
Der BVSD unterstützt diesen Vorstoß und verlangt, dass die Bundesländer weiterhin die Möglichkeit haben, eine eigene Leistungsgruppe Schmerzmedizin einzuführen. Denn Schmerzmedizinische Komplextherapien erfordern eine interdisziplinäre Zusammenarbeit von Ärzten, Psychotherapeuten, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Kreativtherapeuten. Ohne eine gesicherte Finanzierung drohe der Zusammenbruch dieser spezialisierten Versorgung – mit gravierenden Folgen für Millionen von Schmerzpatienten.




