Bundesländer investieren weiterhin zu wenig in Krankenhäuser

DKG sieht trotz steigender Mittel eine anhaltende strukturelle Unterfinanzierung in der Investitionsfinanzierung Krankenhäuser.

Die Bundesländer kommen ihrer gesetzlichen Verpflichtung zur Investitionsfinanzierung der Krankenhäuser weiterhin nur unzureichend nach. Darauf weist die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) in ihrer „Bestandsaufnahme zur Krankenhausplanung und Investitionsfinanzierung in den Bundesländern“ hin. Zwar seien die Investitionsmittel zuletzt nominal gestiegen, gemessen am tatsächlichen Bedarf bestehe jedoch weiterhin eine erhebliche Finanzierungslücke, berichtet die DKG. Die Investitionsfinanzierung für Krankenhäuser bleibt damit problematisch.

Nach Angaben des Klinikverbandes standen den Krankenhäusern im Jahr 2024 rund 4,24 Milliarden Euro an Investitionsmitteln zur Verfügung. Im Jahr zuvor belief sich das Investitionsvolumen der Länder auf 3,89 Milliarden Euro. Demgegenüber hatte die Regierungskommission Krankenhäuser der damaligen Ampel-Koalition bereits im Jahr 2021 einen jährlichen Investitionsbedarf von sechs bis acht Milliarden Euro festgestellt. Diese Summe gilt laut Kommission als notwendig, um den baulichen und technischen Bestand der Krankenhäuser dauerhaft zu sichern, was die Investitionsfinanzierung Krankenhäuser herausfordert.

Finanzierungslücke bleibt erheblich

Wie die DKG weiter mitteilt, lag der ermittelte Investitionsbedarf im Jahr 2023 bei 6,52 Milliarden Euro. Daraus ergibt sich eine Finanzierungslücke von mehr als 2,64 Milliarden Euro, was einem Fehlbetrag von rund 41 Prozent entspricht. Zwar sei die prozentuale Unterfinanzierung damit gegenüber früheren Jahren gesunken – zuvor habe sie regelmäßig bei etwa 50 Prozent gelegen –, eine auskömmliche Investitionsfinanzierung sei jedoch weiterhin nicht erreicht. Die Investitionsfinanzierung für Krankenhäuser weist weiterhin Defizite auf.

Realer Wertverlust trotz nominaler Steigerung

Für das Jahr 2024 verzeichnet der Verband zwar nominal leicht höhere Investitionsmittel, die sogar geringfügig über dem langfristigen Durchschnitt seit 1991 liegen. Inflationsbereinigt bedeute dies jedoch einen Wertverlust von rund 39,5 Prozent gegenüber dem Ausgangsjahr. Gleichzeitig verweist die DKG auf eine deutliche Verschiebung der volkswirtschaftlichen Relationen: Während das Bruttoinlandsprodukt bis 2024 um etwa 160 Prozent gewachsen sei, sank die Investitionsquote für Krankenhäuser von 0,23 Prozent im Jahr 1991 auf 0,09 Prozent im Jahr 2024. Bezogen auf die bereinigten Krankenhauskosten fiel die Quote im gleichen Zeitraum von 9,7 Prozent auf 2,8 Prozent. Diese Zahlen verdeutlichen Probleme in der Investitionsfinanzierung Krankenhäuser.

Die DKG sieht darin ein strukturelles Problem der Krankenhausfinanzierung, das trotz Reformdebatten und steigender nomineller Mittel bislang nicht gelöst worden sei. Die unzureichende Investitionsfinanzierung erhöhe den wirtschaftlichen Druck auf die Krankenhäuser und zwinge viele Häuser, notwendige Investitionen aus laufenden Betriebsmitteln zu finanzieren.

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