Anonyme Krankenbehandlung: Baden-Württemberg zieht positive Bilanz
Abschlussbericht 2023/2024 belegt Bedarf – Über 800 Betroffene ohne Versicherungsschutz erreicht
Das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg hat am 27. März 2026 den Abschlussbericht zum Förderprogramm „Projekte zur anonymen Krankenbehandlung“ vorgelegt. Die Bilanz zeigt eine deutliche Wirkung: Über 800 Menschen, die trotz allgemeiner Versicherungspflicht durch das soziale Netz gefallen sind, konnten medizinisch versorgt werden. Das Programm adressiert gezielt Personengruppen ohne oder mit unzureichendem Krankenversicherungsschutz und schafft niedrigschwellige Zugangswege in das medizinische System.
Das Förderprogramm des Ministeriums unterstützte zehn regionale Projekte, die niedrigschwellige medizinische Hilfe mit Beratung kombinieren. Ziel ist es, Betroffenen nicht nur akute medizinische Versorgung zu bieten, sondern sie auch durch sogenannte Clearing-Beratung zurück in die reguläre Krankenversicherung zu begleiten. In der Projektlaufzeit wurden insgesamt 822 Personen behandelt oder beraten, wovon in 360 Fällen ein Clearing erfolgte. In rund 35 Prozent dieser Fälle konnte der Versicherungsschutz wiederhergestellt werden; einige Projekte erzielten sogar Vermittlungsquoten von bis zu 50 Prozent.
„Gesundheitsversorgung ist ein Menschenrecht. Niemand darf durch Bürokratie, Scham oder Armut von ärztlicher Hilfe ausgeschlossen sein“, erklärte Minister Lucha. Die Erfahrungen aus dem Programm zeigen, dass leicht zugängliche, vertrauensvolle Angebote kombiniert mit professioneller Beratung von Betroffenen stark nachgefragt werden. Gleichzeitig entlastet die Überführung in reguläre Krankenversicherungssysteme Ärzte, Krankenhäuser und Kommunen von unbezahlten Behandlungskosten.
Auf Basis der erfolgreichen Ergebnisse wird das Förderprogramm auch in den Jahren 2025 und 2026 fortgesetzt, um Menschen in prekären Lebenslagen weiterhin eine angemessene medizinische Versorgung zu ermöglichen. Die Projekte demonstrieren, dass niedrigschwellige, anonyme Behandlungsangebote in Kombination mit Clearing-Beratung einen wichtigen Beitrag zur Sicherstellung der Gesundheitsversorgung leisten.






