Ambulante Behandlungsfälle im 1. Halbjahr 2025 nahezu auf Vorjahresniveau

Psychotherapie und Videosprechstunden steigen, hausärztliche und kinderärztliche Fallzahlen leicht rückläufig

Im 1. Halbjahr 2025 wurden in Deutschland insgesamt 292,3 Millionen Behandlungsfälle in der ambulanten Versorgung dokumentiert. Wie das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) in seinem aktuellen Trendreport berichtet, entspricht dies einem leichten Rückgang von 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Daten zeigen vor allem steigende Fallzahlen in der Psychotherapie sowie bei Videosprechstunden, während andere Fachbereiche größtenteils stabil bleiben oder leicht zurückgehen.

Zi-Trendreport zur vertragsärztlichen Versorgung
Bundesweiter tabellarischer Report vom 1. Quartal 2021 bis zum 2. Quartal 2025

Der Trendreport des Zi erfasst die vertragsärztlichen und psychotherapeutischen Leistungen von Q1 2021 bis Q2 2025. Demnach stiegen die Behandlungsfälle in der Psychotherapie und Psychiatrie um 238.000 Fälle (+3,4 %). Einzeltherapien legten um 1 % zu, Gruppentherapien sogar um 25,1 %. Im hausärztlichen Bereich sank die Fallzahl leicht um 263.000 Fälle (−0,3 %), bei Fachärztinnen und Fachärzten um 174.000 Fälle (−0,1 %) und in der Kinder- und Jugendmedizin um 435.000 Fälle (−3 %).

Bei den Fachgruppen verzeichneten Strahlentherapie (+5,9 %), Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie (+5,7 %) sowie Neurologie (+4,9 %) die größten relativen Zuwächse. Rückgänge gab es insbesondere bei sonstigen Ärztinnen und Ärzten (−12,9 %), Nervenärzten (−7 %) und Internistinnen und Internisten ohne Schwerpunkt (−4,6 %).

Telemedizinische Leistungen nahmen weiter zu: Telefonische Beratungen stiegen um 5,6 % auf 4,4 Millionen, Videosprechstunden um 14,2 % auf 1,5 Millionen. Dennoch machten reine telemedizinische Leistungen lediglich 2 % aller Behandlungsfälle aus. Rund die Hälfte der Videosprechstunden entfiel auf Hausärzte, knapp 35 % auf Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, 16 % auf Fachärzte.

Uneinheitlich entwickelten sich die Früherkennungsuntersuchungen: Kinder-Vorsorgeuntersuchungen gingen um 3,7 % zurück, Mammographie-Screenings stiegen um 5,1 % auf 1,6 Millionen Untersuchungen, bei weiteren Früherkennungen von Frauen gab es ein Plus von 22,1 % auf 4,6 Millionen, Koloskopien legten um 3,6 % zu. Die Anzahl ambulanter Operationen blieb mit 2,5 Millionen Fällen nahezu konstant (−0,5 %).

Zi-Vorstandsvorsitzender Dr. Dominik von Stillfried betont die Leistungsbereitschaft der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte: „Nahezu 600 Millionen Behandlungsfälle Jahr für Jahr, über 1,6 Millionen Tag für Tag – diese Zahlen sind kein statistisches Detail, sondern Beweis für die Belastbarkeit des ambulanten Systems.“ Er warnte zugleich vor den Folgen der zunehmenden Praxisaufgaben durch altersbedingtes Ausscheiden und forderte politische Maßnahmen für bessere Rahmenbedingungen, mehr Arztzeit und weniger Bürokratie.

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