Allianz Deutscher Ärzteverbände: Frontalangriff auf die fachärztliche Versorgung stoppen

Kritik an Vorschlägen der Finanzkommission – Verband warnt vor Erosion der Selbstverwaltung und Patienten-Fehlsteuerung

Die Allianz Deutscher Ärzteverbände schlägt Alarm: Die jüngsten Vorschläge der Finanzkommission Gesundheit zur Stabilisierung der GKV-Finanzen drohen die ambulante Facharztstruktur zu destabilisieren. Insbesondere die geplante Streichung der TSVG-Regelungen wird als einseitige Belastung kritisiert, die bewährte Steuerungsinstrumente zerstört. Der Verband warnt vor einem gefährlichen Rückbau ambulanter Kapazitäten, der zwangsläufig zu einer kostspieligen Verlagerung von Patienten in die ohnehin überlasteten stationären Strukturen führen würde.

Der Konflikt um die zukünftige Finanzierung des Gesundheitssystems verschärft sich. Die Allianz Deutscher Ärzteverbände – ein Zusammenschluss gewichtiger Organisationen wie dem BDI, Hartmannbund und SpiFa – sieht in den Empfehlungen der Finanzkommission einen massiven Eingriff in die ärztliche Selbstverwaltung. Im Zentrum der Kritik steht die Abschaffung wesentlicher Elemente des Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG). Diese Instrumente hatten bisher sichergestellt, dass Patienten zeitnah fachärztliche Termine erhalten.

Die Ärztevertreter monieren, dass diese Einsparungen die Fachärzteschaft selektiv heranziehen, während diese Gruppe bereits jetzt einen entscheidenden Beitrag zur Entlastung der Krankenhäuser leistet. Eine Schwächung der Praxen würde nicht nur die wirtschaftliche Basis vieler Niedergelassener gefährden, sondern auch präventive Leistungen und die Versorgungsqualität einschränken. Statt punktueller Kürzungen schlägt die Allianz ein solidarisches Modell vor: Sollte ein Sparbeitrag der Ärzteschaft unumgänglich sein, wäre ein temporäres Einfrieren des Orientierungswertes (OPW) für das Jahr 2027 der systemgerechtere Weg, um alle Leistungserbringer gleichmäßig zu beteiligen.

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