Psychosomatische Institutsambulanzen in Bayern: Neuer AmBADO-Bericht 2024 bestätigt Versorgung komplex erkrankter Patientinnen und Patienten

Qualitätssicherung weiter ausgebaut – steigender Anteil an Patientinnen und Patienten kehrt in Arbeitsfähigkeit zurück

Der Verband der Privatkrankenanstalten in Bayern (VPKA) verweist auf neue Auswertungen zur Arbeit der Psychosomatischen Institutsambulanzen (PsIAs) im Freistaat. Wie der Abschlussbericht des AmBADO-Jahres 2024 des aQua-Instituts zeigt, leisten die seit 2022 etablierten PsIAs einen wichtigen Beitrag zur ambulanten Versorgung von Patientinnen und Patienten mit komplexen und häufig chronisch verlaufenden psychischen Erkrankungen.

Laut Bericht beteiligten sich im Jahr 2024 zwölf bayerische PsIAs an der ambulanten Basisdokumentation (AmBADO). Insgesamt wurden 1.315 Behandlungsfälle auf 2.353 standardisierte Dokumentationsbögen erfasst – ein weiterer Schritt beim kontinuierlichen Ausbau der Qualitätssicherung. Jede Ambulanz erhielt einen individuellen Benchmark-Bericht zur Einordnung der eigenen Ergebnisse im Vergleich zum Gesamtkollektiv und als Grundlage für das interne Qualitätsmanagement. Ein zusätzlich erstellter Gesamtbericht dient der fachlichen Weiterentwicklung des Verfahrens und ist nicht zur Veröffentlichung vorgesehen.

Besondere Aufmerksamkeit gilt den Versorgungsstrukturen und Behandlungsverläufen. Präsentiert wurden die aggregierten Qualitätsdaten der Jahre 2022 bis 2024 zuletzt auf dem DGPPN-Kongress in Berlin. Die Analysen geben Einblick in Soziodemografie, Krankheitsbilder, Erkrankungsdauer, Zugangswege sowie in die Entwicklung der Arbeitsfähigkeit. Demnach ist ein erheblicher Anteil der Patientinnen und Patienten zwischen 50 und 60 Jahre alt, rund zwei Drittel sind Frauen. Etwa drei Viertel leiden seit mindestens fünf Jahren an psychischen Symptomen – überwiegend an mittelgradigen bis schweren depressiven Störungen. Positiv hervorzuheben ist die Entwicklung im Bereich Arbeitsfähigkeit: Der Anteil derjenigen, die ihre Erwerbstätigkeit nach Abschluss der Behandlung wieder aufnehmen konnten, stieg von 15,5 Prozent (2022) auf 30,8 Prozent (2024). Zunehmend erfolgen Überleitungen direkt aus stationären Behandlungen in eine PsIA – ein Hinweis auf eine engere Verzahnung der Versorgungsstrukturen.

Der bayerische PsIA-Fachbeirat bewertet die Ergebnisse insgesamt als ermutigend. Die Auswertungen verdeutlichen, dass es den PsIAs gelingt, besonders komplex und langjährig erkrankte Patientinnen und Patienten wirksam ambulant zu versorgen, gleichzeitig aber auch Entwicklungsbedarfe sichtbar bleiben – etwa im Bereich standardisierter Übergabepfade, in der weiteren Vernetzung zwischen stationären und ambulanten Angeboten sowie in der fortlaufenden Weiterentwicklung von Dokumentation und Qualitätssicherung.

Für das Dokumentationsjahr 2025 ist geplant, zwei weitere PsIAs in das Qualitätssicherungsverfahren aufzunehmen und die Datenqualität weiter zu steigern. Zudem sollen identifizierte Weiterentwicklungspotenziale vertieft bearbeitet werden. Dr. Ann-Kristin Stenger, Hauptgeschäftsführerin des VPKA Bayern, hebt die Bedeutung der Ergebnisse hervor:

„Die nun vorgelegten Ergebnisse zeigen eindrucksvoll, welchen wichtigen Beitrag die Psychosomatischen Institutsambulanzen für eine zukunftsfähige psychosomatische Versorgung schwer und chronisch erkrankter Menschen leisten. Besonders erfreulich ist, dass die Zahl der PsIAs kontinuierlich steigt. Gleichzeitig macht die weiterhin hohe Versorgungsnachfrage deutlich, dass ein noch umfassenderer Ausbau erforderlich ist.

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