IQM-Kliniken veröffentlichen Qualitätsdaten 2026
Rund 420 Kliniken und Spitäler setzen mit freiwilliger Transparenz auf Ergebnisqualität statt reiner Strukturvorgaben
Die Initiative Qualitätsmedizin (IQM) hat die diesjährige Veröffentlichung medizinischer Behandlungsergebnisse ihrer Mitgliedskrankenhäuser angekündigt. Nach Angaben der Initiative stellen rund 420 Krankenhäuser und Spitäler ihre Qualitätsdaten freiwillig auf den eigenen Webseiten bereit – ohne gesetzliche Verpflichtung und in eigener Verantwortung. Die beteiligten Einrichtungen versorgen gemeinsam rund 40 Prozent der stationären Patientinnen und Patienten in Deutschland sowie in der Schweiz.
Mit der Veröffentlichung will die IQM nach eigenen Angaben die tatsächliche Ergebnisqualität medizinischer Versorgung stärker in den Mittelpunkt rücken. Grundlage sind die sogenannten G-IQI-Qualitätsindikatoren, die auf Routinedaten basieren und seit Jahren innerhalb des Netzwerks weiterentwickelt werden. Die Initiative sieht darin ein praxisnahes Instrument zur Bewertung medizinischer Behandlungsergebnisse und einen Maßstab, der inzwischen auch über den Verbund hinaus Beachtung findet.
Dr. Jens Schick, Präsident der IQM, bezeichnet die Veröffentlichung als Ausdruck eines grundlegenden Qualitätsverständnisses. „Wer Versorgung ernsthaft verbessern will, muss sich an den Ergebnissen messen lassen“, erklärte Schick. Die Mitgliedskrankenhäuser zeigten, dass Transparenz und Qualitätsverbesserung aus eigener Verantwortung heraus möglich seien. Ergebnisqualität müsse stärker in den Mittelpunkt der Steuerung des Gesundheitswesens rücken.
Für Krankenhausleitungen und Qualitätsmanagement gewinnt die Debatte um Ergebnisqualität zunehmend an Bedeutung. Während sich gesundheitspolitische Reformdiskussionen häufig auf Strukturvorgaben, Leistungsgruppen oder Vorhaltefinanzierung konzentrieren, verweist die IQM auf die tatsächlichen Behandlungsergebnisse als entscheidenden Qualitätsmaßstab. Die Initiative betont, dass Transparenz kein Selbstzweck sei, sondern Bestandteil eines kontinuierlichen Lern- und Verbesserungsprozesses.
Auffällige Ergebnisse werden innerhalb des Netzwerks analysiert und im Rahmen sogenannter Peer Reviews gemeinsam bewertet. Ziel ist es, konkrete Verbesserungsmaßnahmen im klinischen Alltag abzuleiten. Prof. Holger Holthusen, Leiter des IQM-Fachausschusses Transparenz, sieht darin einen zentralen Erfolgsfaktor. „Ergebnisdaten schaffen Klarheit – auch dort, wo sie unbequem ist. Aber genau diese Klarheit ermöglicht Fortschritt“, erklärte Holthusen.
Für das Klinikmanagement entstehen daraus zugleich neue Anforderungen an Datenqualität, Qualitätssteuerung und öffentliche Kommunikation. Mit zunehmender Transparenz medizinischer Ergebnisse wächst auch die Erwartung von Politik, Kostenträgern und Patientinnen und Patienten an nachvollziehbare Qualitätsnachweise. Gleichzeitig könnten Routinedaten und Ergebnisindikatoren künftig stärker in Krankenhausplanung und Vergütungsmodelle einfließen.
Die IQM zählt nach eigenen Angaben derzeit knapp 450 Krankenhäuser und Spitäler aus Deutschland, der Schweiz und Slowenien. Gemeinsam versorgen die Mitgliedseinrichtungen jährlich rund sieben Millionen stationäre Patientinnen und Patienten. Ziel des Netzwerks ist die kontinuierliche Verbesserung der medizinischen Behandlungsqualität durch Qualitätsmessung, Veröffentlichung von Ergebnissen und trägerübergreifende Peer Reviews.




