Julia Disselborg übernimmt Führung der Neckar-Odenwald-Kliniken
Klinikmanagerin startet im Januar zunächst für sechs Monate – Managementvertrag soll Übergang nach Ausscheiden der bisherigen Geschäftsführer sichern
Julia Disselborg übernimmt zum Jahresbeginn 2027 die Geschäftsführung der Neckar-Odenwald-Kliniken. Der Kreistag wählte die erfahrene Klinikmanagerin mit großer Mehrheit zur Nachfolgerin von Frank Hehn und Harald Löffler. Disselborg wird die Kliniken zunächst für sechs Monate im Rahmen eines Managementvertrags führen und soll neben der medizinischen Weiterentwicklung auch die Reduzierung des jährlichen Klinikdefizits angehen.

Julia Disselborg übernimmt ab Januar 2027 die Geschäftsführung der Neckar-Odenwald-Kliniken und folgt auf Frank Hehn und Harald Löffler.
Foto: St. Vinzenz-Krankenhaus Düsseldorf
Mit Disselborg steht erstmals eine Frau an der Spitze der Neckar-Odenwald-Kliniken. Der Aufsichtsrat hatte dem Kreistag nach dem Auswahlverfahren zwei Bewerberinnen vorgeschlagen. Unmittelbar nach der Wahl stimmte das Gremium auch dem Managementvertrag zu.
Die zunächst auf sechs Monate angelegte Lösung wurde gewählt, weil die verbleibende Zeit bis zum Ausscheiden der bisherigen Geschäftsführer nach Angaben der Kliniken für ein reguläres Stellenbesetzungsverfahren nicht ausreichte. Der Vertrag wird mit der Hospital Management Group GmbH geschlossen, deren Geschäftsführerin Disselborg ist.
Defizitabbau und Vernetzung der Versorgung im Fokus
Für die weitere Entwicklung der Neckar-Odenwald-Kliniken nennt Disselborg insbesondere die stärkere Vernetzung stationärer, hybrider und ambulanter Versorgungsangebote. Gleichzeitig soll die wirtschaftliche Situation verbessert und das jährliche Klinikdefizit reduziert werden.
Weitere Herausforderungen sieht die Klinikleitung unter anderem in der fortschreitenden Ambulantisierung, der Digitalisierung sowie der Gewinnung von Fachkräften. Landrat Dr. Achim Brötel, Aufsichtsratsvorsitzender der Kliniken, hob zudem Disselborgs Erfahrung bei der Entwicklung medizinischer Konzepte und der wirtschaftlichen Kliniksteuerung hervor.
Langjährige Erfahrung im Klinikmanagement
Disselborg führt derzeit noch den Verbund der Franziskus Kliniken Düsseldorf mit vier Standorten, rund 1.000 Betten und etwa 3.000 Mitarbeitenden. Seit März 2024 war sie dort Vorsitzende der Geschäftsführung; ihre Tätigkeit endet Ende September.
Zuvor leitete sie unter anderem die Katholischen Nord-Kreis Kliniken Jülich und Linnich, die Sana Kliniken Duisburg sowie von 2013 bis 2019 das Helios Klinikum Bad Saarow und verschiedene MVZ-Gesellschaften. Seit Juli 2025 gehört sie zudem dem Aufsichtsrat der Charité in Berlin an.
Die bisherige Geschäftsführung mit Frank Hehn und Harald Löffler scheidet zum Jahreswechsel aus. Eine längerfristige Zusammenarbeit mit Disselborg ist nach Angaben des Aufsichtsrats grundsätzlich möglich.




