Thüringen in der Krankenhaushygiene gut aufgestellt

Experten diskutieren mit Praktikern neuste wissenschaftliche Erkenntnisse zu den Themen Multiresistente Erreger und Krankenhaushygiene

In Erfurt kamen am Mittwoch rund 90 Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis zusammen, um über neueste Erkenntnisse in der Krankenhaushygiene und im Umgang mit multiresistenten Erregern (MRE) zu diskutieren. Ziel des Treffens war es, aktuelle Forschungsergebnisse in konkrete Maßnahmen zur weiteren Verbesserung der Hygienestandards in Thüringer Kliniken zu überführen. Die Veranstaltung fand im Rahmen des traditionsreichen Hygiene-Workshops statt, der seit 2011 jährlich von der Landeskrankenhausgesellschaft Thüringen (LKHG), dem Thüringer Gesundheitsministerium und der Landesärztekammer organisiert wird.

Die Thüringer Gesundheitsstaatssekretärin Tina Rudolph eröffnete die Veranstaltung mit einem Grußwort. Gesundheitsministerin Katharina Schenk betonte in ihrer Botschaft die Bedeutung einer gemeinsamen Strategie: „Das Gesundheitswesen steht angesichts der wachsenden Bedrohung durch multiresistente Krankheitserreger vor der großen Herausforderung, effektive Präventionsmaßnahmen ständig weiterzuentwickeln und umzusetzen, damit solche Infektionen erfolgreich eingedämmt werden können.“

Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) kommt es in Deutschland jährlich zu 400.000 bis 600.000 behandlungsassoziierten Infektionen, die teilweise durch multiresistente Keime verursacht werden. Diese Bakterien sind gegen mehrere Antibiotika unempfindlich, was die Therapie erschwert.

Auch Rainer Poniewaß, Geschäftsführer der Landeskrankenhausgesellschaft Thüringen, unterstrich den hohen Stellenwert des Themas in den Kliniken: „Hygiene ist eines der zentralen Themen im Krankenhaus und die Qualitätssicherung nimmt in den Thüringer Kliniken einen hohen Stellenwert ein. Die Thüringer Krankenhäuser ergreifen bereits seit Jahren erfolgreich umfangreiche und effektive Maßnahmen, um Infektionen innerhalb der Häuser zu vermeiden.“

In Thüringen werden jährlich rund 500.000 Patientinnen und Patienten stationär behandelt, mit einer durchschnittlichen Verweildauer von 7,3 Tagen. Etwa ein Drittel der Krankenhausinfektionen wäre laut Studien durch geeignete Präventionsmaßnahmen vermeidbar. Viele multiresistente Erreger werden von Patientinnen und Patienten bereits bei der Aufnahme mitgebracht.

Ein zentraler Erfolgsfaktor im Freistaat sind die gut funktionierenden regionalen Netzwerke zur Infektionsprävention, die auf der engen Kooperation zwischen Kliniken, Ärztekammer und Gesundheitsministerium beruhen. Das Bundes-Infektionsschutzgesetz und die Thüringer Hygieneverordnung bilden dabei den gesetzlichen Rahmen.

Der kontinuierliche Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis – wie beim diesjährigen Hygiene-Workshop – trägt laut den Veranstaltern maßgeblich dazu bei, die hohen Hygienestandards in Thüringer Krankenhäusern weiter zu sichern und auszubauen.