Hospiz- und Palliativnetzwerke in Deutschland deutlich ausgebaut
Zahl geförderter Netzwerke steigt von 11 auf 87, Kooperation aller Versorgungsakteure wird gestärkt
Die regionalen Hospiz- und Palliativnetzwerke in Deutschland haben sich zwischen 2022 und 2025 deutlich weiterentwickelt. Wie der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband (DHPV) gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) und der Bundesärztekammer (BÄK) in einem heute veröffentlichten Bericht darlegt, ist die Zahl der geförderten Netzwerke im Berichtszeitraum von 11 auf 87 gestiegen. Insgesamt wurden 204 Förderanträge für 90 Netzwerke bewilligt. Die Förderung erfolgt durch die gesetzlichen Krankenkassen gemäß § 39d SGB V, ergänzt durch das Projekt des DHPV, der DGP, BÄK und des Verbands der Privaten Krankenversicherung (PKV).
Die Netzwerke bündeln die Zusammenarbeit aller an der Versorgung beteiligten Akteurinnen und Akteure – darunter stationäre Hospize, ambulante Hospiz- und Palliativdienste, Haus- und Fachärztinnen sowie Pflegedienste. Ziel ist eine bessere Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen sowie ihrer Angehörigen. „Regionale Hospiz- und Palliativnetzwerke sind ein zentraler Baustein für eine würdevolle Begleitung und Versorgung am Lebensende. Sie bringen die verschiedenen Dienste und Professionen zusammen und machen Angebote vor Ort transparenter und zugänglicher“, betont Susanne Kränzle, Vorsitzende des DHPV.
Trotz der positiven Entwicklung zeigt der Bericht auch Herausforderungen auf. So ist bislang nur rund ein Fünftel (22 %) der Landkreise und kreisfreien Städte durch geförderte Netzwerke abgedeckt. Besonders die notwendige Ko-Finanzierung durch Kommunen und bürokratische Hürden behindern eine flächendeckende Umsetzung. Kränzle hebt hervor: „Damit die Netzwerke ihr volles Potenzial entfalten können, braucht es verlässliche Rahmenbedingungen und eine stärkere Unterstützung auf kommunaler Ebene.“
Das Projekt zeigt zugleich, dass koordinierte Zusammenarbeit auf Bundes- und Regionalebene erfolgreich sein kann. Stefanie Maihold, Gesamtleitung des Projekts, unterstreicht die Rolle der regionalen Koordinatorinnen: „Sie wirken als unterstützende Schnittstellen und tragen wesentlich dazu bei, Wissen zu bündeln, Strukturen aufzubauen und die Netzwerkarbeit nachhaltig zu stärken.“
Die Förderung der Netzwerke durch GKV und PKV hat dabei nicht nur die organisatorische Vernetzung unterstützt, sondern auch die lokale Versorgung verbessert. Die Netzwerke ermöglichen eine systematische Zusammenarbeit zwischen ambulanten und stationären Einrichtungen und sichern so eine qualitativ hochwertige Betreuung am Lebensende.
Weitere Informationen zum Projekt und den vollständigen Bericht finden sich auf der Website des DHPV: https://www.dhpv.de/regionale-hospiz-und-palliativnetzwerke.html.




