Anschlussversorgung: Sozialdienste entlasten Kliniken und Patienten
Helios Klinik Attendorn betont zentrale Rolle des Sozialdienstes bei Entlassungen und Reha-Planung
Der Sozialdienst eines Krankenhauses ist nach Einschätzung der Helios Klinik Attendorn eine entscheidende Schnittstelle zwischen stationärer Behandlung und Alltag. Wie die Klinik berichtet, unterstützt das vierköpfige Team unter Leitung von Jessica Hormes insbesondere ältere Patientinnen und Patienten bei Entlassungen, Reha-Aufenthalten, Hilfsmitteln und Pflegeanträgen. Die richtige Organisation nach der stationären Behandlung sei wesentlich, um Rückfälle zu vermeiden und Betten effizient freizuhalten.
Im Interview erläutert Hormes, dass die Arbeit des Sozialdienstes weit über reine Verwaltung hinausgeht. „Wir sorgen dafür, dass die Versorgung nach der medizinischen Behandlung funktioniert“, so Hormes. Besonders wichtig sei die zeitnahe und koordinierte Entlassung, um Wartezeiten zu verkürzen und Angehörige zu entlasten. Nach Angaben der Klinik senkt eine strukturierte Anschlussversorgung nachweislich das Risiko erneuter stationärer Aufnahmen.
Der Alltag des Sozialdienstes umfasst die vollständige Begleitung von Anschlussheilbehandlungen, geriatrischen Patientinnen und Patienten, die Organisation von Reha- und Pflegeanträgen sowie Kurzzeitpflege und Heimplätze. Die Aufgaben reichen dabei von Standardprozessen bis zu komplexen Einzelfalllösungen. Um stets auf dem aktuellen Stand der gesetzlichen und regionalen Vorgaben zu bleiben, setzt das Team auf Vernetzung mit anderen Sozialdiensten der Helios-Kliniken, regelmäßige Fortbildungen sowie enge Kontakte zu Pflegestützpunkten und regionalen Krankenhäusern.
Ein zentrales Problem bleibt laut Hormes der Mangel an Kurzzeitpflegeplätzen. Trotz steigender Nachfrage schrumpfe das Angebot aufgrund von Personalmangel, wirtschaftlichem Druck, demografischem Wandel und organisatorischen Hürden. Die Fallzahlen im Sozialdienst der Klinik haben sich in den letzten zwei Jahrzehnten verfünffacht: 2003 wurden etwa 400 Patientinnen und Patienten beraten, 2025 waren es über 2.100.
Hormes empfiehlt Patientinnen und Patienten, frühzeitig Vorsorgevollmachten zu regeln, um die Selbstbestimmung zu sichern und Angehörige zu entlasten. „Wir sind keine allgemeine Sozialberatung, sondern Ansprechpartner während eines stationären Aufenthalts. Danach übernehmen andere Stellen“, betont die Leiterin des Sozialdienstes.
Die Erfahrung der Helios Klinik Attendorn zeigt, dass ein gut ausgestatteter Sozialdienst die Versorgungskontinuität stärkt, Rückfälle reduziert und damit auch für Klinikmanagement und Ressourceneinsatz eine zentrale Bedeutung hat.




