Handlungsempfehlungen für pflegende und trauernde Angehörige im Pandemie-Kontext veröffentlicht

102 evidenz- und konsensusbasierte Empfehlungen für Gesundheitswesen, Politik und Gesellschaft

Pflegende und trauernde Angehörige wurden während der COVID-19-Pandemie besonders stark von beschränkenden Maßnahmen betroffen, gleichzeitig fanden sie nur wenig Beachtung durch Gesundheitssystem, Politik und Gesellschaft. Im Rahmen des vom Netzwerk Universitätsmedizin (NUM 2.0) geförderten Projekts „Kollateraleffekte der Pandemie“ (CollPan) wurden die Auswirkungen der Pandemie auf diese Gruppen systematisch untersucht.

Im Arbeitspaket „Angehörige“ analysierten sechs Teilstudien die Belastungen und Herausforderungen pflegender und trauernder Angehöriger. Darauf basierend wurden 102 evidenz- und konsensusbasierte Handlungsempfehlungen entwickelt, die als Leitfaden für die Begleitung dieser Personengruppen dienen sollen.

Die Empfehlungen richten sich an unterschiedliche Akteure:

  • Versorgende im Gesundheitswesen: Unterstützung, Beratung und Kommunikation mit Angehörigen verbessern.
  • Leitungen von Gesundheitseinrichtungen: Strukturen zur Entlastung pflegender Angehöriger schaffen und flexible Unterstützungsangebote implementieren.
  • Politik: Strategien entwickeln, die Angehörige in Pandemieplanungen und Krisenmanagement einbeziehen.
  • Gesellschaft und Kirchen: Sensibilisierung für die Situation von pflegenden und trauernden Angehörigen und Stärkung sozialer Netzwerke.
  • Weitere Akteure: Fachgesellschaften, Bestattungswesen und andere Institutionen sollen in die Umsetzung geeigneter Unterstützungsmaßnahmen einbezogen werden.

Die Handlungsempfehlungen sollen helfen, Belastungen zu reduzieren, psychosoziale Unterstützung zu verbessern und die Resilienz pflegender und trauernder Angehöriger in Krisenzeiten zu stärken. Gleichzeitig liefern sie einen praxisnahen Rahmen für alle beteiligten Akteure, um Angehörige in Ausnahmesituationen besser zu begleiten und systematisch zu unterstützen.

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