DGP kritisiert Methodenentwurf zur Ermittlung von Mindestvorhaltezahlen in der Pneumologie

Fachgesellschaft fordert Pilotphase und Berücksichtigung zusätzlicher Faktoren

Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e. V. (DGP) hat sich zum aktuellen → Entwurf des IQWiG geäußert, der die künftige Ableitung von Mindestvorhaltezahlen deutscher Kliniken vorsieht. Die Empfehlungen sollen künftig sicherstellen, dass Krankenhäuser über ausreichende Erfahrung und Ressourcen verfügen, um bestimmte Leistungen qualitätsgesichert zu erbringen. Nur wer die Mindestfallzahlen erfüllt, hat Anspruch auf eine Vorhaltevergütung.

Prof. Winfried Randerath, Sprecher der DGP-Taskforce Qualität und Wirtschaftlichkeit, erläutert, dass das IQWiG-Papier die Methodik beschreibt, wie Strukturmerkmale ermittelt und Kliniken Leistungsgruppen zugeordnet werden könnten. Der Entwurf beinhaltet Qualitäts- und Wirtschaftlichkeitsanalysen als Grundlage für die Mindestfallzahlen.

Die DGP erkennt zwar den wissenschaftlichen Ansatz als nachvollziehbar an, sieht jedoch erheblichen Nachbesserungsbedarf: Das Papier gehe von einem idealisierten System aus, in dem Komplikationen nicht berücksichtigt werden. Zudem sei unklar, wie über einzelne Krankheitsbilder oder Leistungen ein komplettes Fachgebiet definiert werden könne. Relevante Fallzahlen für Lungenzentren, OnkoZert-Definitionen oder Weaning reichen laut DGP nicht aus, um die komplexe Pneumologie als Leistungsgruppe abzubilden.

Ein weiteres Problem sei die Zuordnung der einzelnen Fälle zu den Leistungsgruppen, etwa welche Leistungen der allgemeinen Inneren Medizin oder der Pneumologie zugeordnet werden. Regionale Faktoren und Unterschiede zwischen Kliniken würden im Entwurf ebenfalls nicht berücksichtigt. Die DGP fordert daher eine Pilotphase, um die Methodik in der Praxis zu testen und zu validieren.

Positiv bewertet die Fachgesellschaft, dass viele pneumologische Kliniken bereits den spezifischen pneumologischen Fachabteilungsschlüssel angemeldet haben. Dies erleichtere die Fallzuordnung erheblich. Zertifizierungen wie Lungenkrebszentren oder etablierte Lungenzentren hätten zudem bereits gute Strukturen geschaffen, sodass die Pneumologie hier im Vergleich zu anderen Fachgebieten relativ gut aufgestellt sei.

Die DGP sieht die Pilotphase als wichtigen Schritt, um die Methoden transparent, praxisnah und wissenschaftlich fundiert zu gestalten und eine verlässliche Grundlage für die künftige Leistungsgruppenzuordnung zu schaffen.