DAK-Gesundheitsmonitor 2026: Vertrauen in Gesundheitssystem auf historischem Tiefstand
Allensbach-Umfrage zeigt wachsende Unzufriedenheit mit Versorgung, Wartezeiten und Gesundheitspolitik

Foto: DAK-Gesundheit/iStockphoto_miniseries
Die Zufriedenheit der Bevölkerung mit dem deutschen Gesundheitssystem ist auf den niedrigsten Stand seit 15 Jahren gefallen. Das geht aus dem aktuellen „DAK-Gesundheitsmonitor 2026“ hervor, den die DAK-Gesundheit gemeinsam mit dem Institut für Demoskopie Allensbach vorgestellt hat. Die repräsentative Umfrage verdeutlicht einen deutlichen Vertrauensverlust in die ambulante und stationäre Versorgung sowie eine wachsende Skepsis gegenüber den gesundheitspolitischen Reformplänen der Bundesregierung.
Demnach bewerten aktuell nur noch 62 Prozent der Befragten das deutsche Gesundheitswesen positiv. Zwischen 2012 und 2022 lagen die Zustimmungswerte konstant bei über 80 Prozent. Gleichzeitig stieg der Anteil kritischer Stimmen seit 2020 von 11 auf 35 Prozent an.
Besonders häufig nannten die Befragten lange Wartezeiten und Ärztemangel als Belastung. 72 Prozent berichteten von langen Wartezeiten auf Arzttermine. Fast jeder Zweite gab an, in den vergangenen Jahren mehrfach sehr lange auf eine Behandlung gewartet zu haben. Zudem erklärten 36 Prozent der Befragten, in ihrer Region einen Ärztemangel zu erleben. In Ostdeutschland lag dieser Wert sogar bei 57 Prozent.
Auch das Vertrauen in Krankenhäuser hat laut Studie deutlich abgenommen. Nur noch 33 Prozent der Befragten äußerten uneingeschränktes Vertrauen in die Leistungsfähigkeit der Kliniken. Im Jahr 2022 lag dieser Wert noch bei 43 Prozent.
Für Krankenhäuser und Klinikträger spiegeln die Ergebnisse die zunehmenden strukturellen Herausforderungen im Gesundheitswesen wider. Neben Fachkräftemangel und wirtschaftlichem Druck verschärfen insbesondere Reformdiskussionen zur Finanzierung und Leistungssteuerung die Unsicherheit im System. Die Bevölkerung verbindet damit offenbar zunehmend Sorgen um die Qualität und Verfügbarkeit medizinischer Leistungen.
Zugleich zeigt die Studie eine hohe Erwartungshaltung an die Politik. Zwei Drittel der Bürgerinnen und Bürger halten umfassende Reformen im Gesundheitswesen für notwendig. Gleichzeitig glaubt jedoch nur eine Minderheit an eine erfolgreiche Umsetzung. 61 Prozent der Befragten bewerten die Gesundheitspolitik der Bundesregierung negativ – der schlechteste Wert seit 2009.
Im Zusammenhang mit dem geplanten Beitragssatzstabilisierungsgesetz wurden auch konkrete Sparmaßnahmen bewertet. Zustimmung erhielten vor allem höhere Steuern auf Tabak, Alkohol und zuckerhaltige Getränke sowie höhere Rabatte der Pharmaindustrie. Deutlich abgelehnt wurden hingegen Leistungskürzungen oder höhere Eigenbelastungen für Versicherte, etwa beim Zahnersatz, Krankengeld oder der Hautkrebsvorsorge.
DAK-Vorstandschef Andreas Storm sprach angesichts der Ergebnisse von einem „kranken Gesundheitssystem“ und forderte eine Kombination aus fairer Lastenverteilung und mutigen Strukturreformen. Nur so könne das Vertrauen der Bevölkerung langfristig zurückgewonnen werden.




