Mobbing und Diskriminierung im Krankenhaus: KU startet Webinar-Reihe
Experten diskutieren rechtliche Pflichten, Schutz von Betroffenen und Wege zu einer diskriminierungsfreien Klinikkultur
Mobbing und Diskriminierung gehören nach Einschätzung der KU Gesundheitsmanagement zu den strukturellen Problemen im deutschen Gesundheitswesen. Eine zweiteilige Webinar-Reihe soll Führungskräften, Personalverantwortlichen und Beschäftigten praxisnahe Orientierung geben. Im Mittelpunkt stehen rechtliche Handlungsmöglichkeiten, der Schutz von Betroffenen und die Frage, wie Krankenhäuser einen nachhaltigen Kulturwandel erreichen können.
Die Debatten um Machtmissbrauch und Diskriminierung im Gesundheitswesen haben nach Einschätzung der KU Gesundheitsmanagement ein lange wenig beachtetes Problem stärker in den Fokus gerückt. Mobbing und Diskriminierung seien im klinischen Alltag keine Einzelfälle, sondern könnten strukturelle Ursachen haben. Für Krankenhäuser wächst damit der Handlungsdruck sowohl auf rechtlicher als auch auf organisatorischer und kultureller Ebene.
Die KU Gesundheitsmanagement widmet dem Thema deshalb eine zweiteilige Webinar-Reihe im Rahmen der KU Lunchtalks. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Verantwortung Führungskräfte und Personalverantwortliche tragen, welche rechtlichen Pflichten bestehen und wie Betroffene wirksam geschützt werden können. Ferner soll es darum gehen, wie Kliniken langfristig eine Arbeitskultur entwickeln können, in der Beschäftigte Missstände ansprechen können, ohne berufliche Nachteile befürchten zu müssen.
Die Problematik beschreibt auch Marc Rumpenhorst, Fachanwalt für Medizin- und Arbeitsrecht. Nach seinen Erfahrungen hätten Betroffene häufig Schwierigkeiten, schikanöse Anfeindungen zu beweisen und daraus rechtliche Ansprüche abzuleiten. Viele Betroffene würden dem Druck letztlich durch einen Arbeitsplatzwechsel ausweichen.
Auch Dr. Susanne Johna, 1. Vorsitzende des Marburger Bundes, sieht einen wesentlichen Grund für das Schweigen Betroffener in der Angst vor beruflichen Konsequenzen. Beschäftigte erwarteten demnach teilweise nicht, dass eine Meldung tatsächlich zu einer Verbesserung ihrer Situation führe. Aus Sicht der KU Gesundheitsmanagement zeigt dies, dass Präventionsmaßnahmen allein nicht ausreichen, wenn gleichzeitig strukturelle Schutzmechanismen fehlen.
Webinar zu Mobbing im Krankenhaus
Der erste KU Lunchtalk findet am 1. September 2026 unter dem Titel „Mobbing im Krankenhaus“ statt. Im Mittelpunkt stehen rechtliche und psychosoziale Aspekte. Die Teilnehmenden sollen praxisnah erfahren, wie Mobbing frühzeitig erkannt werden kann, welche rechtssicheren Handlungsmöglichkeiten bestehen und wie Krankenhäuser nachhaltige Präventionsstrukturen etablieren können.
Zu den Referierenden gehören Prof. Hans-Jürgen Hennes, langjähriger Klinik-Geschäftsführer, sowie Marc Rumpenhorst, Fachanwalt für Medizin- und Arbeitsrecht der Kanzlei Klostermann. Ergänzt wird die Runde durch eine Expertin für Prävention und Therapie bei Mobbing, die aus Gründen des Schutzes ihrer Person anonym bleibt.
Diskriminierungsfreies Arbeiten im Krankenhaus
Der zweite KU Lunchtalk am 8. September 2026 beschäftigt sich mit dem Thema „Diskriminierungsfreies Arbeiten im Krankenhaus“. Dabei sollen strukturelle Diskriminierung und ihre Auswirkungen auf den Arbeitsalltag aus rechtlicher, organisatorischer und praktischer Perspektive betrachtet werden.
Als Referierende sind Prof. Grietje Beck, Klinikdirektorin am Universitätsklinikum Mannheim, Dr. Susanne Johna, 1. Vorsitzende des Marburger Bundes, sowie erneut Marc Rumpenhorst vorgesehen.
Die Webinar-Reihe richtet sich insbesondere an Führungskräfte, Personalverantwortliche, Betriebsräte und Gleichstellungsbeauftragte. Angesprochen sind darüber hinaus alle Beschäftigten im Gesundheitswesen, die sich für eine faire und diskriminierungsfreie Arbeitskultur einsetzen.
Mit der Veranstaltungsreihe greift die KU Gesundheitsmanagement ein Thema auf, das für Krankenhäuser zunehmend an Bedeutung gewinnt. Neben der Einhaltung rechtlicher Vorgaben stehen dabei vornehmlich Führungsverantwortung, betriebliche Schutzmechanismen und die Entwicklung einer offenen Organisationskultur im Mittelpunkt. Ziel ist es, konkrete Ansätze zu vermitteln, mit denen Kliniken Mobbing und Diskriminierung frühzeitig erkennen, Betroffene schützen und nachhaltige Veränderungen in ihren Organisationen anstoßen können.




