UK Regensburg startet Peer-Support nach belastenden Ereignissen
16 geschulte Beschäftigte unterstützen zunächst Teams in Notfall- und Intensivmedizin
Das Universitätsklinikum Regensburg (UKR) führt mit dem PSU-Peer-Support ein strukturiertes Unterstützungsangebot für Beschäftigte nach schwerwiegenden Ereignissen im Klinikalltag ein. Zunächst wurden 16 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verschiedener Berufsgruppen als Peers ausgebildet. Die Pilotphase startet in der Notfall- und Intensivmedizin und soll perspektivisch auf weitere Bereiche ausgeweitet werden.

Speziell geschulte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter begleiten betroffene Kolleginnen und Kollegen nach schwerwiegenden Ereignissen.
Foto: UKR/Gloriya Gancheva
Tragische Todesfälle, schwere Verletzungen, Gewaltsituationen oder andere außergewöhnliche Ereignisse können für Beschäftigte im Krankenhaus erhebliche psychische Belastungen verursachen. Das Universitätsklinikum Regensburg will betroffene Mitarbeiter künftig unmittelbar nach solchen Situationen durch speziell geschulte Kollegen unterstützen.
Mit dem PSU-Peer-Support (Psychosoziale Unterstützung) etabliert das UKR dafür ein niedrigschwelliges und vertrauliches Angebot. Die sogenannten Peers kommen selbst aus dem klinischen Umfeld und kennen die besonderen Belastungen des Krankenhausalltags aus eigener beruflicher Erfahrung.
Ziel ist es, betroffenen Mitarbeitern nach außergewöhnlichen Situationen möglichst frühzeitig Stabilität, Sicherheit und Handlungsfähigkeit zurückzugeben. Neben einem vertraulichen Gespräch können die Peers bei Bedarf auch den Zugang zu weiterführenden professionellen Unterstützungsangeboten vermitteln.
Pilotprojekt startet mit 16 geschulten Beschäftigten
Das Konzept wird am Universitätsklinikum in Kooperation mit PSU-Akut e.V. umgesetzt. Mitte Juli 2026 wurden die ersten 16 Mitarbeiter aus unterschiedlichen Berufsgruppen für ihre Aufgabe als PSU-Peers qualifiziert.
Die Pilotphase konzentriert sich zunächst auf die Notfall- und Intensivmedizin. Gerade dort gehören kritische Krankheitsverläufe, Reanimationen, unerwartete Todesfälle und andere Extremsituationen häufiger zum Arbeitsalltag.
Psychologe Maximilian Sommerfeld aus dem PSU-Leitungsteam sieht einen entscheidenden Vorteil in der kollegialen Struktur. Beschäftigte könnten nach einem belastenden Ereignis mit Menschen sprechen, die aufgrund ihrer eigenen Tätigkeit im Gesundheitswesen die Situation und deren besondere Herausforderungen nachvollziehen können.
Das Peer-Prinzip stammt ursprünglich aus dem Rettungsdienst. Am UKR soll es nun als Bestandteil der betrieblichen psychosozialen Unterstützungsstrukturen etabliert werden.
UKR will psychosoziale Unterstützung weiter ausbauen
Nach der Pilotphase soll das Angebot perspektivisch weiterentwickelt und stärker im Universitätsklinikum verankert werden. Susanne Pitzl, Leiterin der Stabsabteilung Personalentwicklung, verweist auf die hohe Verantwortung und die teilweise extremen Belastungssituationen, denen Krankenhausbeschäftigte regelmäßig ausgesetzt sind.
Der Peer-Support soll dabei nicht isoliert stehen, sondern einen weiteren Baustein einer umfassenderen psychosozialen Unterstützung der Beschäftigten bilden. Mittelfristig sollen entsprechende Strukturen am UKR weiter ausgebaut und nachhaltig etabliert werden.
Damit rückt neben der medizinischen Versorgung der Patienten zunehmend auch der professionelle Umgang mit psychischen Belastungen der Beschäftigten in den Fokus der Personalentwicklung.




