Sterbefälle steigen während Hitzewelle deutlich an

Statistisches Bundesamt meldet im zweiten Quartal 2026 eine Übersterblichkeit von 32 Prozent in der letzten Juniwoche

Die Hitzewelle Ende Juni hat sich deutlich auf die Sterblichkeit in Deutschland ausgewirkt. Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) lagen die Sterbefallzahlen in der Kalenderwoche vom 22. bis 28. Juni 2026 rund 32 Prozent über dem Mittelwert der vier Vorjahre. Im zweiten Quartal wurden insgesamt rund 243.600 Sterbefälle registriert.

Während sich die Sterbefallzahlen im April und Mai 2026 überwiegend im Bereich der Vorjahreswerte oder darunter bewegten, zeigte sich Ende Juni ein deutlicher Ausschlag. Nach Angaben von Destatis starben in der letzten Juniwoche rund 23.900 Menschen – etwa 7.100 mehr als zwei Wochen zuvor. Zeitgleich wurden in Deutschland außergewöhnlich hohe Temperaturen gemessen. (Statistisches Bundesamt) Auf Monatsbasis lagen die Sterbefallzahlen im April fünf Prozent und im Mai zwei Prozent unter dem Durchschnitt der Jahre 2022 bis 2025. Im Juni kehrte sich dieser Trend um: Hier verzeichnete Destatis einen Anstieg von neun Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum.

Nach Einschätzung des Statistischen Bundesamtes handelt es sich dabei um einen bekannten Effekt. Bereits in früheren Sommern führten ausgeprägte Hitzeperioden zu einer erhöhten Sterblichkeit. Besonders gefährdet sind ältere Menschen sowie Personen mit Herz-Kreislauf-, Lungen- oder anderen chronischen Erkrankungen, deren Gesundheitszustand sich bei extremer Hitze verschlechtern kann. Die aktuellen Zahlen unterstreichen die Bedeutung wirksamer Hitzeschutzmaßnahmen im Gesundheitswesen. Parallel zum Destatis-Monitoring veröffentlicht auch das Robert Koch-Institut regelmäßig Auswertungen zur hitzebedingten Mortalität und weist auf den Zusammenhang zwischen langanhaltenden Hitzeperioden und einer erhöhten Übersterblichkeit hin.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert