Grippesaison 2025/2026 in Brandenburg: Weniger Fälle, mehr Todesfälle

Früher Infektionsbeginn und erhöhte Hospitalisierungsrate bei älteren Menschen prägen Saisonbilanz

In Brandenburg ist die Zahl der gemeldeten Influenza-Infektionen in der Grippesaison 2025/2026 im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückgegangen. Gleichzeitig stieg jedoch die Zahl der Todesfälle an. Das Landesamt für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit meldete zwischen Oktober 2025 und Mai 2026 insgesamt 12.801 bestätigte Fälle sowie 81 Todesfälle im Zusammenhang mit Influenza.

In der Grippesaison 2024/2025 waren noch 18.719 Infektionen bei 58 Todesfällen registriert worden. Damit zeigt sich ein rückläufiges Infektionsgeschehen bei gleichzeitig erhöhter Mortalität. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden begann die Influenza-Aktivität im Winter 2025/2026 zudem ungewöhnlich früh, bereits zwischen der 47. und 50. Kalenderwoche. In früheren Jahren setzte der deutliche Anstieg der Fallzahlen meist erst nach dem Jahreswechsel ein.

Als mögliche Ursache wird eine genetische Veränderung des vorherrschenden Influenza-A-Virus diskutiert, die zu einer geringeren Immunität in der Bevölkerung geführt haben könnte. Dies könnte den frühen Beginn der Welle sowie die stärkere Betroffenheit bestimmter Altersgruppen erklären.

Besonders auffällig ist die Belastung älterer Menschen. Während die höchste Inzidenz weiterhin bei Kindern im Alter von 0 bis 4 Jahren lag (2.078 Fälle je 100.000 Einwohner), war die Gruppe der über 80-Jährigen mit 1.370 Fällen je 100.000 Einwohner zweitstärkst betroffen. Gleichzeitig zeigte sich in dieser Altersgruppe auch ein erhöhter Anteil schwerer Verläufe, was sich in der insgesamt gestiegenen Hospitalisierungsrate widerspiegelt. Insgesamt mussten 2.100 Patientinnen und Patienten stationär behandelt werden, entsprechend 16,4 Prozent aller gemeldeten Infektionen. Dies stellt einen Anstieg um 4,5 Prozentpunkte gegenüber der Vorsaison dar.

Das Gesundheitsministerium Brandenburg betonte die Bedeutung der Grippeschutzimpfung insbesondere für ältere Menschen. Minister René Wilke verwies darauf, dass die Impfung schwere Verläufe verhindern oder zumindest abmildern könne und idealerweise bereits im Oktober erfolgen sollte. Die vollständige Immunantwort werde in der Regel innerhalb von zehn bis 14 Tagen aufgebaut.

Die epidemiologische Entwicklung unterstreicht zudem die Bedeutung der Impfquote in der Bevölkerung. Bei Personen ab 60 Jahren sank diese im Land Brandenburg in den vergangenen Jahren von 59,1 Prozent (Saison 2018/2019) auf 48,6 Prozent in der Saison 2024/2025. Für die aktuelle Saison 2025/2026 liegen noch keine vollständigen Daten vor.

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