Expertengremium zeigt Wege zur Verbesserung onkologischer Studien auf
Cancer Medicines Forum legt Maßnahmenkatalog zur Therapieoptimierung bei Krebs vor
Zum Zeitpunkt der Zulassung neuer Krebsmedikamente bestehen häufig erhebliche Wissenslücken zum optimalen Einsatz der Wirkstoffe im klinischen Alltag. Dazu zählen unter anderem Fragen zur geeigneten Dosierung in unterschiedlichen Patientengruppen, zur optimalen Behandlungsdauer sowie zum Vergleich und zur sinnvollen Abfolge verfügbarer Therapieoptionen. Ein Expertengremium des Cancer Medicines Forum zeigt nun auf, wie diese Defizite durch gezielte Studien zur Therapieoptimierung adressiert werden können.
Die Ergebnisse eines entsprechenden Workshops wurden in einem Fachartikel im Journal of Cancer Policy veröffentlicht. An dem Workshop bei der European Medicines Agency (EMA) war auch das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) beteiligt.
Fokus auf optimalen Einsatz statt alleiniger Zulassung
In den vergangenen Jahren habe sich der Schwerpunkt der Arzneimittelentwicklung zunehmend auf eine möglichst schnelle Zulassung neuer Wirkstoffe verlagert, während Fragen des optimalen Einsatzes im Versorgungsalltag in den Hintergrund getreten seien. Dies habe zur Folge, dass Patientinnen und Patienten nicht immer die bestmöglichen Behandlungsergebnisse erzielten, so die Analyse des Expertengremiums.
Die Publikation zeigt auf, wie Therapieoptimierungsstudien sowohl bereits während der Arzneimittelentwicklung als auch nach der Zulassung systematisch Evidenz generieren können. Diese Evidenz sei entscheidend, um fundierte Entscheidungen in der Krebsbehandlung zu ermöglichen und Versorgungslücken zu schließen.
Maßnahmenkatalog für Arzneimittelentwicklung und Versorgung
Ein zentrales Ergebnis des Workshops ist ein Maßnahmenkatalog, der die strukturelle Verankerung von Therapieoptimierungsstudien in der Arzneimittelentwicklung sowie in einer wissensgenerierenden Versorgung vorsieht. Ziel ist es, klinisch relevante Fragestellungen systematisch zu untersuchen und die gewonnenen Erkenntnisse international wie auch national nutzbar zu machen.
Beate Wieseler, Leiterin des IQWiG-Ressorts Arzneimittelbewertung, betont die Bedeutung des gemeinsamen Vorgehens:
„In einem breiten Bündnis von Fachleuten haben wir einen Maßnahmenkatalog zur Verankerung von Studien zur Krebstherapie-Optimierung erarbeitet. Ich hoffe, dass dies nicht nur international, sondern auch direkt in Deutschland die Diskussion zur Verbesserung onkologischer Studien und damit die Versorgung der Betroffenen voranbringt.“






