Bariatrische Operationen in Deutschland: Starkes Wachstum und regionale Unterschiede
Zahl der Eingriffe steigt von 2010 bis 2023 auf über 26.000 – NRW führt bei der Pro-Kopf-Rate
Die Anzahl bariatrischer Operationen in Deutschland hat sich in den letzten Jahren deutlich erhöht. Waren es im Jahr 2010 noch rund 5.000 Eingriffe, stieg die Zahl bis 2023 auf etwa 26.250 pro Jahr an. Insgesamt wurden in diesem Zeitraum circa 185.000 Patientinnen und Patienten operiert. Dies geht aus Analysen der BARMER hervor, die im Krankenhausreport 2025 veröffentlicht wurden. Die Daten basieren auf Hochrechnungen von Versichertendaten der Krankenkasse auf die Gesamtbevölkerung.
Mehr als die Hälfte der Operationen entfällt dabei auf die Altersgruppe der 30- bis 49-Jährigen. Interessant ist, dass die Zahl der Operierten unter den unter 40-Jährigen zunimmt, während sie bei den 40- bis 54-Jährigen rückläufig ist. Die Zahlen bei den über 55-Jährigen bleiben relativ konstant.
Eine Verschiebung zeigt sich auch bei den angewandten Operationsmethoden: Bis 2020 waren Schlauchmagen- und Magenbypass-Operationen etwa gleich häufig. Seitdem nehmen die Schlauchmagen-Eingriffe regional unterschiedlich zu. So erklärt Prof. Dr. Boris Augurzky vom RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung in Essen: „Vergleicht man die beiden häufigsten Methoden je 1.000 Einwohner, so finden sich mehr Schlauchmagen-Eingriffe in Süddeutschland, wogegen im Norden der Republik Magenbypass-Operationen häufiger sind.“
Auffällig erscheinen die häufigen Wiederaufnahmen nach einer bariatrischen Operation: Laut Report müssen drei Viertel der Patientinnen und Patienten erneut ins Krankenhaus, durchschnittlich sechs Mal. Die Aufenthaltsdauer liegt im Schnitt bei neun Tagen. Im Vergleich zu Kontrollgruppen mit gesunden oder nicht operierten adipösen Personen sind die bariatrisch Operierten deutlich öfter stationär behandelt.
Die erneuten Krankenhausaufenthalte sind jedoch nicht zwangsläufig direkte Folgen der Operation selbst. Häufigster Grund ist die Entfernung überschüssiger Haut nach dem starken Gewichtsverlust. Weitere häufige Ursachen sind Komplikationen, psychische Probleme wie wiederkehrende Depressionen, Entzündungen der Gallenblase oder Arthrose in den Kniegelenken.




