Vivantes zieht Bilanz 2024: Mehr Fälle, mehr Umsatz – aber weiterhin tiefrote Zahlen
Sanierung zeigt Wirkung – Verlust geringer als geplant, Investitionen und Digitalisierung vorangetrieben
Der Aufsichtsrat der Vivantes Netzwerk für Gesundheit GmbH hat den Jahresabschluss 2024 festgestellt: Deutschlands größter kommunaler Klinikkonzern behandelte mehr Patient*innen, steigerte den Umsatz auf 1,7 Milliarden Euro und investierte kräftig in die Infrastruktur – trotz eines Jahresverlusts von 146 Millionen Euro. Damit liegt Vivantes deutlich über Plan, wie Geschäftsführer Dr. Johannes Danckert betont: „Wir sind auf Sanierungskurs.“
Kennzahlen 2024 im Überblick:
- 735.129 Behandlungsfälle gesamt
- 358.225 ambulant
- 197.575 stationär
- 179.329 in MVZ
- 92.087 Operationen, davon 16.834 ambulant
- 321.701 Patient*innen in den Notaufnahmen
- 1,7 Mrd. € Umsatz (+11,8 % Erlöse aus Krankenhausleistungen)
- 134 Mio. € Investitionen, davon 106 Mio. € Eigenmittel
- -146 Mio. € Jahresergebnis
- 5,6 Tage Verweildauer, 10.561 Geburten, 117 zertifizierte Zentren
Stabile Personalentwicklung trotz Fachkräftemangel
Zum Jahresende arbeiteten über 20.000 Beschäftigte bei Vivantes, davon mehr als 10.000 in der Pflege. Besonders hervorzuheben: 1.324 Auszubildende und eine Belegschaft aus 132 Nationen. Der Tarifvertrag „Pro Personal Vivantes“ wurde bis 2027 verlängert, ein neuer Tarifvertrag mit dem Marburger Bund wurde abgeschlossen.
Dorothea Schmidt, Geschäftsführerin Personalmanagement, betont:
„Gerade in schwierigen Zeiten setzen wir auf verlässliche Rahmenbedingungen für unsere Mitarbeitenden – das trägt sichtbar Früchte.“
Digitalisierungsoffensive auch im Personalbereich
Vivantes investiert nicht nur in Bau und Medizintechnik, sondern auch in digitale Personalprozesse. 2024 startete unter anderem der digitale Entgeltbeleg und eine App-basierte Dienstplanung mit Wunschdienstmodul in Kooperation mit Plano.
Ausblick bis 2029: Sanierung mit Bestandsgarantie
Laut Danckert ist das Ziel klar: Vivantes soll bis 2029 wirtschaftlich stabil aufgestellt sein – ohne Leistungskürzungen oder Standortschließungen. Mit Blick auf die geplante Krankenhausreform äußert sich das Unternehmen zuversichtlich, dass alle Standorte und Leistungsbereiche erhalten bleiben können – auch unter veränderten gesetzlichen Rahmenbedingungen.




