Versorgungslücke geschlossen: Grundsteinlegung für Familientagesklinik in Wittenberg
Innovatives Kooperationsprojekt der Alexianer und Salus gGmbH startet – Behandlung von Eltern und Kindern unter einem Dach
Ein jahrzehntelanges Herzensprojekt wird Realität: Am 20. April 2026 legte die Klinik Bosse Wittenberg den Grundstein für die neue Familientagesklinik. Mit finanzieller Unterstützung des Landes Sachsen-Anhalt entsteht ein Neubau, in dem psychisch erkrankte Kinder im Alter von vier bis 14 Jahren gemeinsam mit ihren Eltern therapiert werden. Das innovative Konzept setzt auf die Aktivierung familiärer Ressourcen und schließt eine kritische Lücke im regionalen Versorgungsnetz.
Der offizielle Baustart für die Familientagesklinik markiert den Beginn einer neuen Ära in der psychiatrischen Versorgung Sachsen-Anhalts. Im Beisein von Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne wurde nicht nur die traditionelle Zeitkapsel versenkt, sondern auch der Fördermittelbescheid des Landes feierlich übergeben. Der Neubau, der direkt neben dem Klinikgelände der Alexianer entsteht, wird künftig Platz für die gleichzeitige Behandlung von bis zu acht Familien bieten. Das Ziel ist ambitioniert: Statt Kinder isoliert von ihrem Umfeld zu therapieren, werden die Eltern aktiv in das therapeutische Setting eingebunden, um die Eltern-Kind-Beziehung nachhaltig zu stabilisieren und die Handlungsfähigkeit der Familien im Alltag wiederherzustellen.
Das Projekt ist das Ergebnis einer engen Kooperation zwischen der Alexianer Sachsen-Anhalt GmbH und der landeseigenen Salus gGmbH (Fachklinikum Bernburg). Dr. med. Kirstin Palm, Chefärztin in Bernburg, betont die psychologische Relevanz des Ansatzes: Viele Eltern psychisch auffälliger Kinder leiden unter massiven Schuldgefühlen. Der interaktive Austausch in der Tagesklinik soll diese Entlastung fördern und neue Strategien im Umgang mit der Erkrankung vermitteln. Dass dieses Vorhaben nun umgesetzt wird, ist auch der Beharrlichkeit der Initiatoren zu verdanken; erste Konzepte wurden bereits vor über zehn Jahren entwickelt.
Nachdem die Baugenehmigung Ende 2025 erteilt wurde, ist die Fertigstellung ein zentraler Baustein der regionalen Gesundheitsstrategie. Bauherrin Petra Stein unterstrich die Bedeutung des geschützten Raumes, den der Neubau bieten wird. Mit der fachlichen Expertise der „bc Architekten + Ingenieure GmbH“ wird ein Gebäude realisiert, das sowohl therapeutische als auch funktionale Anforderungen einer modernen Familienpsychiatrie erfüllt. Wittenberg festigt damit seinen Ruf als Standort für zukunftsweisende, familienorientierte Medizin.





