ver.di ruft zu Warnstreik bei Klinikum Braunschweig Klinikdienste auf

Rund 800 Beschäftigte betroffen – Gewerkschaft fordert Einbeziehung in den TVöD

Bei der Klinikum Braunschweig Klinikdienste GmbH kommt es am 3. September 2026 zu einem Warnstreik. Die Gewerkschaft ver.di hat die Beschäftigten im Rahmen der laufenden Tarifverhandlungen zum Arbeitskampf aufgerufen. Betroffen sind unter anderem Reinigung, Hauswirtschaft und Transportdienste. Die Patientenversorgung soll durch eine vereinbarte Notdienstregelung sichergestellt bleiben.

Die Gewerkschaft ver.di ruft die Beschäftigten der Klinikum Braunschweig Klinikdienste GmbH für den 3. September 2026 zu einem Warnstreik auf. Hintergrund sind die seit Ende Juni laufenden Gespräche über die tariflichen Bedingungen der rund 800 Beschäftigten.

Die Klinikdienste GmbH ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft des Städtischen Klinikums Braunschweig (skbs). Zu ihren Aufgaben gehören insbesondere die Gebäudereinigung in den Kliniken sowie Leistungen in den Bereichen Hauswirtschaft, Transportdienste, Bistro und Spülküchen.

Nach Angaben des Klinikums können sich infolge des Warnstreiks Abläufe bei der Reinigung sowie der Ver- und Entsorgung verzögern. Die Patientenverpflegung soll grundsätzlich sichergestellt bleiben. Einschränkungen könne es lediglich bei einzelnen Geschirrkomponenten geben.

Notdienstvereinbarung sichert kritische Klinikbereiche

Die grundsätzliche Versorgung der Patienten soll während des Arbeitskampfes vollständig gewährleistet bleiben. Klinikum und Gewerkschaft haben dafür im Vorfeld eine Notdienstvereinbarung geschlossen.

Diese regelt, welche Leistungen während des Warnstreiks in besonders kritischen Bereichen weiterhin erbracht werden müssen. Dazu gehören im Klinikum Braunschweig beispielsweise die Reinigung von Operationsbereichen sowie Transportdienste für Medikamente und Labore.

Für diese Aufgaben stellt ver.di nach Angaben des Klinikums in einem zuvor vereinbarten Umfang Beschäftigte zur Verfügung, die ansonsten am Streik teilnehmen könnten.

ver.di fordert Einbeziehung der Beschäftigten in den TVöD

Im Mittelpunkt des Tarifkonflikts steht die Forderung von ver.di, die Beschäftigten der Klinikdienste GmbH in den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) einzubeziehen.

Die Geschäftsführung der Tochtergesellschaft befindet sich nach eigenen Angaben seit dem 25. Juni 2026 im Austausch mit Gewerkschaftsvertretern. Weitere Gespräche fanden zuletzt am 14. und 28. August statt.

Die Klinikdienste GmbH und das Städtische Klinikum Braunschweig bewerten die Forderung nach einer vollständigen Einbeziehung in den TVöD aus wirtschaftlicher Sicht kritisch. Nach Darstellung des Klinikums wäre die Tochtergesellschaft derzeit nicht in der Lage, die damit verbundenen Kostensteigerungen auszugleichen.

Das Unternehmen sieht deshalb bei einer entsprechenden Tarifumstellung Risiken für den wirtschaftlichen Weiterbetrieb der Klinikdienste GmbH.

Die Geschäftsführung verweist zugleich darauf, im Rahmen der bisherigen Gespräche ein Gegenangebot innerhalb der wirtschaftlichen Möglichkeiten des Unternehmens vorgelegt zu haben.

Trotz des angekündigten Warnstreiks sollen die Verhandlungen fortgesetzt werden. Nach Angaben des Klinikums bleiben beide Seiten weiterhin miteinander im Gespräch.