Helios Klinik Wesermarsch plant 179 Betten und Geburtshilfe in Nordenham
Gesundheitsministerium fordert konkretes Konzept zur Wiederaufnahme der Geburtshilfe – Klinik soll um 90 Betten erweitert werden
Die Helios Klinik Wesermarsch in Nordenham soll im Zuge der Neuordnung der Krankenhausversorgung im Landkreis deutlich ausgebaut werden. Der Krankenhausträger plant, die Kapazität von bisher 89 auf 179 Betten zu erhöhen. Gleichzeitig prüft Helios die Wiederaufnahme der Geburtshilfe und Gynäkologie. Das niedersächsische Gesundheitsministerium hat das Unternehmen aufgefordert, hierfür ein konkretes Versorgungskonzept vorzulegen. Eine abschließende Genehmigung liegt bislang nicht vor.
Die Planungen stellte Helios-Regionalgeschäftsführer Nord Johannes Rasche am 19. Oktober 2026 bei einem Bürgerdialog in Brake vor. Wie das regionale Nachrichtenportal Wesermarsch Aktuell berichtet, nahmen rund 200 Bürgerinnen und Bürger an der Veranstaltung teil. Der Bettenausbau soll durch die Nutzung vorhandener Erweiterungsflächen im Umfang von eineinhalb Stockwerken erfolgen. Damit könnten zusätzliche stationäre Kapazitäten geschaffen und insbesondere die Schlaganfallversorgung gestärkt werden.
Geburtshilfe soll nach Jahren wieder zurückkehren
Ein weiterer Bestandteil der Planungen ist die mögliche Wiederaufnahme der geburtshilflichen Versorgung in Nordenham. Das Angebot war 2019 eingestellt worden. Seither müssen werdende Eltern aus der Wesermarsch für Entbindungen auf Krankenhäuser außerhalb des Landkreises ausweichen, beispielsweise nach Varel oder Bremerhaven.
Bereits Anfang September hatte Niedersachsens Gesundheitsminister Dr. Andreas Philippi die beabsichtigte Wiederaufnahme der Geburtshilfe ausdrücklich begrüßt. Nach seinen Angaben erfolgt die Planung in enger Abstimmung zwischen Helios und dem Gesundheitsministerium. Ziel sei unter anderem, den Geburtshilfestandort Varel zu entlasten. (1)
Nach den aktuellen Angaben aus dem Bürgerdialog prüft Helios nun die organisatorischen und personellen Voraussetzungen. Offen sind insbesondere die konkrete Ausgestaltung der Abteilung, die erforderlichen Fachkräfte sowie die krankenhausplanerische Genehmigung.
Ambulantes Gesundheitszentrum in Brake geplant
Die Neuausrichtung steht im Zusammenhang mit der Schließung des St. Bernhard-Hospitals in Brake, dessen stationärer Krankenhausbetrieb im August 2026 eingestellt wurde.
Künftig soll die stationäre Versorgung stärker am Standort Nordenham konzentriert werden. Für Brake verfolgt Helios dagegen den Ausbau ambulanter Versorgungsstrukturen.
Die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen hat Helios bereits die beantragten Arztsitze zugewiesen. Nach Angaben des Unternehmens soll das bestehende Medizinische Versorgungszentrum in Brake weitergeführt und schrittweise ergänzt werden. Hierfür wurde inzwischen ein längerfristiger Mietvertrag geschlossen. (2)
Mit der geplanten Erweiterung in Nordenham und dem Ausbau ambulanter Angebote in Brake soll eine stärker abgestimmte regionale Versorgungsstruktur entstehen. Die angekündigten zusätzlichen Klinikbetten und die Rückkehr der Geburtshilfe sind allerdings noch Planungen. Für ihre Umsetzung müssen insbesondere die personellen, wirtschaftlichen und krankenhausplanerischen Voraussetzungen geklärt werden.







