Ursachen der Klinikdefizite im Enzkreis

Personalkosten und Rückgang ambulanter Fälle belasten insbesondere das Krankenhaus Neuenbürg

Eine Kleine Anfrage des FDP-Kreisrats und Landtagsabgeordneten Erik Schweickert zur wirtschaftlichen Entwicklung der RKH-Kliniken Mühlacker und Neuenbürg hat neue Details zu den Ursachen der steigenden Defizite offengelegt. Die von Sozialminister Manfred Lucha (Grüne) beantwortete Anfrage basiert in weiten Teilen auf Angaben der Enzkreis-Kliniken und wirft insbesondere mit Blick auf das Krankenhaus Neuenbürg Fragen zur Kosten- und Personalentwicklung auf.

Auffällig ist vor allem die Entwicklung der ambulanten Fallzahlen. Am Standort Neuenbürg gingen diese zwischen 2015 und 2024 von über 16.000 auf unter 8.000 Fälle zurück. Im gleichen Zeitraum verzeichnete das Krankenhaus Mühlacker einen Zuwachs um rund 4.500 ambulante Fälle auf insgesamt 18.548. Als Erklärung nennen die RKH-Kliniken unter anderem den Ausbau Medizinischer Versorgungszentren (MVZ). Demgegenüber blieben die stationären Fallzahlen an beiden Standorten über Jahre hinweg weitgehend stabil und bewegten sich auch 2024 im Rahmen der Planvorgaben. Auch die durchschnittliche Bettenauslastung entspricht dem langjährigen Mittel.

Vor diesem Hintergrund rückt der Personalzuwachs in den Fokus der politischen Bewertung. In Neuenbürg stieg die Zahl der Beschäftigten zwischen 2015 und 2025 um 31 Prozent von 163 auf 214 Mitarbeitende, zwischenzeitlich lag sie 2023 sogar bei 232. In Mühlacker fiel der Personalaufbau mit 16 Prozent deutlich moderater aus.

Kreisräte von FDP, Freien Wählern und CDU sehen darin einen zentralen Faktor für die wachsenden Defizite am Standort Neuenbürg. Bei gleichbleibenden stationären und sinkenden ambulanten Leistungen führe der gestiegene Personaleinsatz zu erheblichen Mehrkosten. Nach Einschätzung der Kreisräte könnten sich dadurch sechs- bis siebenstellige Defizitbeträge erklären lassen.

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