Universitätsmedizin Oldenburg startet Bau neuer Forschungsgebäude
Drei Bauabschnitte mit insgesamt 238 Millionen Euro für Forschung und Lehre
Die Universitätsmedizin Oldenburg (UMO) hat den Bau neuer Forschungs- und Lehrgebäude im Technologiepark gestartet. Alle drei Bauabschnitte umfassen nach aktueller Planung Investitionen von insgesamt 238 Millionen Euro. Davon entfallen 85 Millionen Euro auf den ersten Bauabschnitt, 76 Millionen Euro auf den zweiten und 77 Millionen Euro auf den dritten Bauabschnitt. Auf rund 4.000 Quadratmetern Nutzfläche entstehen zunächst moderne Forschungsflächen und erstmals eine eigene Anatomie in Oldenburg. Die Fertigstellung des ersten Gebäudes ist für Mitte 2030 vorgesehen.

Spatenstich für das erste Gebäude der Universitätsmedizin Oldenburg (v.l.): Hans Gerd Nothwang, Dekan der Fakultät VI Medizin und Gesundheitswissenschaften, Cedric Strüver, Leiter der Regionalstelle Oldenburg beim Staatlichen Baumanagement Region Nord-West, Jörg Stahlmann, Vizepräsident für Verwaltung und Finanzen der Universität, Anja Bräuer, Professorin für Anatomie, Falko Mohrs, Niedersächsischer Wissenschaftsminister, und Jürgen Krogmann, Oberbürgermeister von Oldenburg.
Foto: Universität Oldenburg / Markus Hibbeler
Mit einem symbolischen Spatenstich haben Niedersachsens Wissenschaftsminister Falko Mohrs und Vertreter der Universität Oldenburg den Startschuss für den Neubau der Universitätsmedizin Oldenburg gegeben. Der erste von insgesamt drei Bauabschnitten soll bis Mitte 2030 fertiggestellt werden.
Das Land Niedersachsen investiert damit in die bauliche Infrastruktur der seit 2012 bestehenden Universitätsmedizin. Bislang waren Forschung und Lehre auf Gebäude der Universität, angemietete Räume, Modulbauten und Laborcontainer verteilt.
85 Millionen Euro für den ersten Bauabschnitt
Der erste Bauabschnitt umfasst rund 4.000 Quadratmeter Nutzfläche und kostet insgesamt 85 Millionen Euro. Davon trägt die Universität rund 18 Millionen Euro aus eigenen Mitteln. Diese fließen insbesondere in den Bau der Anatomie. Das Gebäude entsteht auf einer Fläche von etwa drei Fußballfeldern und verfügt über ein Untergeschoss, ein Erdgeschoss sowie drei Obergeschosse. Nach Fertigstellung sollen dort rund 150 Menschen arbeiten. Neben Forschungsflächen für verschiedene Abteilungen des Departments für Humanmedizin wird insbesondere die neue Anatomie eine zentrale Funktion für die medizinische Ausbildung übernehmen.
Im Erdgeschoss entsteht eine Anatomie mit 13 Untersuchungstischen. Medizinstudierende können dort künftig erstmals in Oldenburg an Spenderkörpern die menschliche Anatomie studieren. Bislang müssen Studierende hierfür regelmäßig ins niederländische Groningen fahren. Ergänzend sind unter anderem Kühlvorrichtungen, Seziertische und ein Körperspender-Sekretariat vorgesehen.
Damit werde nach Angaben der Universität eine bislang fehlende zentrale Infrastruktur für die medizinische Ausbildung in Oldenburg geschaffen.
Die oberen Geschosse des Neubaus sind für verschiedene Forschungsabteilungen des Departments für Humanmedizin vorgesehen. Dort sollen sowohl klinische als auch nicht-klinische Forschungsgruppen neue Labor- und Arbeitsflächen erhalten. Das Spektrum reicht von chirurgischen und internistischen Fächern bis zur Kinder- und Jugendmedizin. Bestehende Übergangslösungen können dadurch perspektivisch aufgegeben oder für neue Forschungsgruppen genutzt werden. Der Neubau soll damit nicht nur die räumlichen Bedingungen für Forschung verbessern, sondern auch die weitere Entwicklung der Universitätsmedizin unterstützen.
Zweiter Bauabschnitt mit 76 Millionen Euro
Der zweite Bauabschnitt ist zwischen 2029 und 2032 vorgesehen. Geplant ist ein weiteres Forschungsgebäude mit rund 3.400 Quadratmetern Nutzfläche. Die derzeit erwarteten Kosten liegen bei 76 Millionen Euro.
Zusätzlich ist ein Parkhaus mit etwa 130 Stellplätzen vorgesehen. Mit dem zweiten Bauabschnitt soll die Forschungsinfrastruktur der Universitätsmedizin weiter ausgebaut und zusätzlicher Raum für wissenschaftliche Arbeitsgruppen geschaffen werden.
Dritter Bauabschnitt kostet 77 Millionen Euro
Der dritte Bauabschnitt soll zusätzliche Flächen für die medizinische Lehre sowie eine Cafeteria schaffen. Das Gebäude soll rund 5.400 Quadratmeter Nutzfläche umfassen und Mitte der 2030er-Jahre in Betrieb gehen.
Die aktuellen Kostenschätzungen belaufen sich auf 77 Millionen Euro. Damit entfällt auf den dritten Bauabschnitt ebenfalls ein erheblicher Anteil der insgesamt geplanten Investitionen.
Insgesamt 238 Millionen Euro für den Ausbau
Mit den drei Bauabschnitten summieren sich die derzeit veranschlagten Investitionen auf 238 Millionen Euro. Der Ausbau soll die bislang verteilten und teilweise provisorischen Strukturen der Universitätsmedizin schrittweise durch eine dauerhaft angelegte Infrastruktur für Forschung und Lehre ersetzen. Bereits ein externes Gutachten hatte erhebliche Defizite bei den verfügbaren Flächen festgestellt. Die Entwicklung wurde zudem durch die Entscheidung für dauerhaft 200 Medizinstudierende pro Jahr vorangetrieben.

So wird das neue Gebäude der Universitätsmedizin Oldenburg nach Fertigstellung aussehen. Es bietet Platz für Forschungsflächen und die Anatomie.
Foto: Gerber Architekten
Mit den neuen Gebäuden soll die Universitätsmedizin Oldenburg künftig über eine eigene Infrastruktur verfügen, die Forschung, Lehre und medizinische Ausbildung räumlich stärker zusammenführt.




