Uniklinikum Frankfurt prüft Vorwürfe zu Leihpflege-Vergaben

hr-Recherche berichtet über hohe Personalkosten und mögliche Verstöße gegen das Vergaberecht

Das Universitätsklinikum Frankfurt (UKF) steht wegen möglicher Verstöße gegen das Vergaberecht bei der Beschäftigung von Leihpflegekräften in der Kritik. Nach Recherchen des Hessischen Rundfunks (hr) soll die Universitätsklinik über Jahre erhebliche Summen für externe Pflegekräfte ausgegeben haben, ohne erforderliche öffentliche Ausschreibungen durchzuführen.

Der hr wertete nach eigenen Angaben mehr als 1.900 Transaktionen aus. Seit 2019 sollen knapp fünf Millionen Euro an Unternehmen geflossen sein, die Pflegekräfte zur Arbeitnehmerüberlassung anbieten. Für einen zweitägigen Einsatz einer Kinderkrankenpflegerin wurden demnach mehr als 8.000 Euro gezahlt. Einzelne Leihpflegekräfte sollen monatlich zwischen 16.000 und knapp 22.000 Euro gekostet haben.

Besondere Fragen wirft ein Auftrag über 35.700 Euro aus dem März 2026 auf. Dieser ging nach hr-Recherchen an ein Unternehmen des früheren stellvertretenden UKF-Aufsichtsratsvorsitzenden und betraf die Vermittlung von 15 Pflegekräften. Der Auftrag ist nach Darstellung des hr für sich genommen nicht rechtswidrig.

Das Hessische Wissenschaftsministerium habe das Klinikum zur Prüfung der Vorgänge aufgefordert. Das UKF kündigte eine umfassende interne Untersuchung an und betonte, dass damit weder eine Bestätigung noch ein Eingeständnis der erhobenen Vorwürfe verbunden sei.