UKGM schließt Tarifvertrag mit ver.di bis Ende 2027 ab

Deutliche Entgeltsteigerungen, höhere Schichtzulagen und bessere Vergütung für Hebammen vereinbart

Die Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH (UKGM) hat sich mit der Gewerkschaft ver.di auf einen neuen Tarifabschluss für die Beschäftigten der UKGM GmbH sowie der UKGM Service GmbH verständigt. Die Einigung wurde nach Angaben des Unternehmens in nur drei Verhandlungstagen erzielt und steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der zuständigen Gremien. Der Tarifvertrag soll bis zum 31. Dezember 2027 gelten und sieht umfangreiche Anpassungen bei Entgelten und Zulagen vor.

Im Zentrum der Vereinbarung stehen deutliche Gehaltssteigerungen für die Beschäftigten. Bereits zum 1. Mai 2026 sollen die Tabellenentgelte um 4,0 Prozent steigen. Zusätzlich sind Mindestbeträge von 110 beziehungsweise 125 Euro vorgesehen, die insbesondere Beschäftigte in unteren Entgeltgruppen überproportional entlasten sollen. Eine weitere Erhöhung um 2,5 Prozent, mindestens jedoch 100 Euro, ist zum 1. Mai 2027 geplant. Ergänzend erhalten Beschäftigte im Mai 2026 eine Einmalzahlung von 200 Euro, Auszubildende 100 Euro.

Ein weiterer Schwerpunkt des Tarifabschlusses betrifft die Arbeitsbedingungen im Schichtdienst. Die bestehende Wechselschichtzulage wird deutlich auf 250 Euro monatlich angehoben. Ab 2027 wird zudem eine zusätzliche Schichtzulage in Höhe von 100 Euro eingeführt. Damit sollen die besonderen Belastungen in der Schichtarbeit stärker berücksichtigt werden.

Besondere Regelungen wurden auch für einzelne Berufsgruppen getroffen. Hebammen werden künftig in eine höhere Vergütungslaufbahn eingruppiert und erhalten zusätzlich eine monatliche Zulage von 450 Euro für ihre Tätigkeit im Kreißsaal. Auch Auszubildende profitieren von strukturellen Verbesserungen, ihre Vergütungen steigen in zwei Stufen jeweils um 100 Euro.

Für die UKGM Service GmbH sieht der Tarifabschluss darüber hinaus eine zusätzliche jährliche Sonderzahlung in Höhe von 25 Prozent eines Monatsgehalts vor. Bestehende Leistungen wie das RMV-Jobticket werden bis zum Ende der Laufzeit des Tarifvertrags fortgeführt.

Das UKGM bewertet den Abschluss als Signal zur Stärkung der Arbeitgeberattraktivität in einem weiterhin angespannten Umfeld des Krankenhauswesens. Nach Angaben der Geschäftsführung soll die Einigung zugleich Planungssicherheit für das Unternehmen und die Beschäftigten bis Ende 2027 schaffen.