Telekom stellt KI-Lösung für Pflegedokumentation im Krankenhaus vor

Neue Spracherkennung soll Pflegekräfte entlasten und Dokumentationsprozesse effizienter gestalten

Die Deutsche Telekom hat eine neue KI-basierte Lösung zur Unterstützung der Pflegedokumentation in Krankenhäusern angekündigt. Wie das Unternehmen im Vorfeld der DMEA 2026 mitteilt, soll die Anwendung Pflegekräfte insbesondere bei der zeitintensiven Dokumentation entlasten und gleichzeitig die Qualität der Leistungsnachweise verbessern.

Die Lösung richtet sich an Krankenhäuser, die bereits das Krankenhausinformationssystem iMedOne nutzen. Pflegekräfte können demnach künftig direkt am Patientenbett per Spracheingabe dokumentieren. Die gesprochenen Inhalte werden automatisiert in strukturierte Pflegeberichte überführt. Ziel ist es, den Dokumentationsaufwand zu reduzieren und mehr Zeit für die unmittelbare Patientenversorgung zu schaffen.

Nach Angaben der Telekom erfolgt die Verarbeitung der Daten in der sogenannten T Cloud Public innerhalb deutscher Rechenzentren. Damit soll den Anforderungen an Datenschutz und Datensouveränität Rechnung getragen werden. „Wir machen Dokumentation so einfach wie Sprechen“, wird Uwe Heckert, COO Health bei T-Systems, zitiert. Gleichzeitig betont er, dass die Kontrolle über die Inhalte weiterhin bei den Pflegekräften verbleibt.

Technisch basiert die Anwendung auf einer medizinischen Spracherkennung, die auch pflegespezifische Terminologie sowie sprachliche Besonderheiten internationaler Fachkräfte berücksichtigen kann. Während des Diktats werden die erfassten Inhalte in Echtzeit angezeigt und können unmittelbar korrigiert werden. Nach Abschluss der Eingabe erstellt das System automatisch einen strukturierten Bericht, der von der Pflegekraft validiert und im Krankenhausinformationssystem gespeichert wird.

Für Krankenhäuser ergeben sich daraus mehrere potenzielle Effekte im Management und in der Organisation. Neben einer Entlastung des Pflegepersonals könnten auch die Dokumentationsqualität sowie die Revisionssicherheit steigen. Dies ist insbesondere im Hinblick auf Prüfungen durch den Medizinischen Dienst sowie abrechnungsrelevante Nachweise von Bedeutung. Gleichzeitig kann eine effizientere Dokumentation zur Stabilisierung wirtschaftlicher Prozesse beitragen, etwa durch vollständigere Leistungserfassung.

Darüber hinaus adressiert die Lösung strukturelle Herausforderungen wie den Fachkräftemangel. Durch vereinfachte Dokumentationsprozesse und sprachliche Unterstützung könnten internationale Pflegekräfte schneller integriert werden. Auch die Reduktion von Prozesskosten wird als Ziel genannt, was vor dem Hintergrund steigender wirtschaftlicher Belastungen für Krankenhäuser an Bedeutung gewinnt.

Die Vorstellung der Anwendung erfolgt auf der DMEA 2026, die vom 21. bis 23. April in Berlin stattfindet. Dort will die Telekom ihre aktuellen Entwicklungen im Bereich Künstliche Intelligenz, Datenanalyse und digitale Gesundheitsinfrastrukturen präsentieren.

Für das Krankenhausmanagement unterstreicht die Entwicklung den zunehmenden Stellenwert KI-gestützter Anwendungen in administrativen und klinischen Prozessen. Insbesondere im Bereich der Pflegedokumentation könnten solche Lösungen künftig eine zentrale Rolle bei der Effizienzsteigerung und Qualitätssicherung einnehmen.

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