St. Carolus Krankenhaus Görlitz wird zur sektorenübergreifenden Versorgungseinrichtung (SÜV)

Kooperation mit dem Klinikum Görlitz soll Standort sichern und Umwandlung zur SÜV ermöglichen

Das St. Carolus Krankenhaus Görlitz soll schrittweise in eine sektorenübergreifende Versorgungseinrichtung (SÜV) umgewandelt werden. Darauf haben sich die Träger des Krankenhauses und des Städtischen Klinikums Görlitz in einer gemeinsamen Vereinbarung verständigt. Die Kooperation gilt als zentrale Voraussetzung, um den Krankenhausstandort trotz wirtschaftlicher Schwierigkeiten langfristig zu erhalten und an die Anforderungen der Krankenhausreform anzupassen.

St. Carolus Krankenhaus

Das St. Carolus Krankenhaus Görlitz wird zur sektorenübergreifenden Versorgungseinrichtung. Kooperation mit dem Klinikum sichert den Standort.
Foto: St. Carolus Krankenhaus GmbH

St. Carolus: Umwandlung zur SÜV als Zukunftsmodell für den Standort

Die zentrale Weichenstellung der Vereinbarung ist die schrittweise Entwicklung des St. Carolus Krankenhauses zu einer sektorenübergreifenden Versorgungseinrichtung (SÜV). Diese neue Versorgungsform wurde mit der Krankenhausreform geschaffen und soll ab 2027 insbesondere kleinere Krankenhausstandorte durch eine stärkere Verzahnung ambulanter und stationärer Leistungen sichern.

Das St. Carolus Krankenhaus konzentriert sich künftig auf ausgewählte stationäre Leistungen der Allgemeinen Inneren Medizin, ambulante und hybride Behandlungen in der Allgemeinchirurgie und Urologie, die stationäre Palliativmedizin sowie teilstationäre Angebote der Schlafmedizin. Komplexe Notfall- und Intensivleistungen werden dagegen schrittweise an das Klinikum Görlitz verlagert.

Die Umwandlung soll dazu beitragen, die medizinische Versorgung am Standort aufrechtzuerhalten und gleichzeitig die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des Hauses zu stabilisieren.

Notfallversorgung wird künftig zentral am Klinikum Görlitz gebündelt

Eine wesentliche Veränderung betrifft die Notfall- und Intensivversorgung. Die Notaufnahme des St. Carolus Krankenhauses soll zum 1. Oktober 2026 geschlossen werden. Die Notfallversorgung für die Stadt Görlitz wird anschließend vollständig am Klinikum Görlitz konzentriert. Darüber hinaus wird die Intensivmedizin im St. Carolus Krankenhaus bis Ende 2026 schrittweise eingestellt. Überwachungspflichtige Patientinnen und Patienten sollen künftig ausschließlich am Klinikum Görlitz behandelt werden.

Das Klinikum Görlitz bleibt damit als Krankenhaus der höchsten Stufe der Notfallversorgung mit seinen 17 Fachkliniken zentraler Versorger für die Region. Die Bündelung komplexer und personalintensiver Leistungen entspricht zugleich den Zielsetzungen der Krankenhausreform, die auf stärkere Spezialisierung und Konzentration medizinischer Leistungen setzt.

Kooperation als Reaktion auf wirtschaftlichen Druck

Die Vereinbarung ist eine direkte Reaktion auf die wirtschaftliche Situation des St. Carolus Krankenhauses. Nach Angaben der Beteiligten hat sich die seit Jahren bestehende finanzielle Schieflage durch die Krankenhausreform und die veränderten gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen weiter verschärft.

Mit der Kooperation soll der Erhalt beider Krankenhausstandorte in Görlitz ermöglicht werden. Gleichzeitig verfolgen die Träger das Ziel, Doppelstrukturen abzubauen und vorhandene Ressourcen effizienter einzusetzen.

Beschäftigte sollen Perspektiven in Görlitz erhalten

Das Klinikum Görlitz hat angekündigt, möglichst vielen Beschäftigten des St. Carolus Krankenhauses eine berufliche Perspektive innerhalb des Klinikums anzubieten, sofern entsprechende Einsatzmöglichkeiten bestehen. Die Umsetzung der Kooperation erfolgt schrittweise. Als erster großer Strukturbaustein sind zum 1. Oktober 2026 die Schließung der Notaufnahme, die Verkleinerung der Intensivmedizin sowie die Reduzierung der stationären Inneren Medizin auf 30 Betten vorgesehen.

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