Neuer BAG Psychiatrie-Vorstand fordert Bürokratieabbau
Reinhard Belling bleibt Vorsitzender der BAG Psychiatrie – Bernadette Rümmelin als Stellvertreterin

Reinhard Belling und Bernadette Rümmelin, neues Vorstands-Duo der BAG Psychiatrie, fordern den Abbau unnötiger Bürokratie.
Foto: BAG Psychiatrie, Dana Sabira
Auf der Herbsttagung der Bundesarbeitsgemeinschaft Psychiatrie (BAG Psychiatrie) in Göttingen wurde Reinhard Belling einstimmig als Vorsitzender wiedergewählt. Bernadette Rümmelin übernimmt die Stellvertretung, nachdem die bisherige Stellvertreterin Martina Wenzel-Jankowski nicht erneut kandidierte.
Mit der Personalentscheidung setzen die Mitglieder der BAG Psychiatrie auf Kontinuität und Erfahrung in der Führung, um die aktuellen Herausforderungen der psychiatrischen Versorgung effektiv anzugehen. Belling betont, dass die politische Arbeit und der Dialog mit Gesetzgebern, Trägern und Leistungserbringern von entscheidender Bedeutung seien.
Das zentrale Anliegen der BAG Psychiatrie ist derzeit der Abbau unnötiger Bürokratie in der Psychiatrie. Nach Berechnungen des Verbandes werden zwischen 25 und 40 Prozent der Arbeitszeit des medizinischen Personals für nicht-medizinische Tätigkeiten wie Datenerfassung und Dokumentation aufgewendet. Während ein Teil dieser Tätigkeiten für Qualitätssicherung und Abrechnung notwendig ist, erfasst die BAG Psychiatrie zahlreiche Aufgaben als vermeidbare Doppelbelastung. Eine Reduzierung dieser Bürokratie könnte rund 17.000 Fachkräfte für direkte Behandlung, Therapie und Pflege freisetzen.
Vorschläge der BAG Psychiatrie
- Bündelung und digitale Vereinheitlichung der Nachweispflichten
- Abschaffung der tagesbezogenen PEPP-Kodierung zugunsten pauschaler Leistungsgruppen
- Ersetzung unterjähriger Berichtspflichten durch jährliche Erhebungen
- Einführung eines „Bürokratie-TÜV“ zur Bewertung neuer Vorschriften auf ihre Praxistauglichkeit
- Vertrauensbasierte Steuerung anstelle engmaschiger Nachweisführung
Mit der Kampagne „Mehr Zeit für das, was zählt“ richtet sich die BAG Psychiatrie gezielt an die Politik und fordert schnelle Maßnahmen, um die Arbeitsbelastung des medizinischen Personals zu reduzieren, ohne Patientensicherheit und Behandlungsqualität zu gefährden.
Alle Hintergründe sind auf der Website der BAG Psychiatrie nachlesbar: www.bag-psychiatrie.de
Ihren Forderungen will die BAG Psychiatrie mit einer online-Petition Nachdruck verleihen. Die Petition ist unter diesem Link erreichbar: https://c.org/QrBnDDW6Rk






