Neckar-Odenwald-Kreis: Kreistag beschließt dreijährige Bestandsgarantie trotz Millionen-Defizit
Der Neckar-Odenwald-Kliniken bleiben vorerst in ihrer bestehenden Struktur erhalten
Nach einer mehrstündigen, hochemotionalen Debatte hat der Kreistag des Neckar-Odenwald-Kreises in Mudau die Weichen für die hochdefizitären Neckar-Odenwald-Kliniken gestellt. Entgegen der Empfehlung der Kreisverwaltung stimmte eine Mehrheit für ein dreijähriges Moratorium: Die beiden Standorte Mosbach und Buchen bleiben vorerst unverändert bestehen. Eine finale Entscheidung über strukturelle Einschnitte wird damit frühestens auf das Jahr 2029 vertagt.
Die kreiseigenen Kliniken in Mosbach und Buchen belasten den kommunalen Haushalt massiv. Aktuell erwirtschaften beide Häuser zusammen ein jährliches Defizit von rund zwölf Millionen Euro – Tendenz weiter steigend. Da diese Verluste maßgeblich über die Kreisumlage finanziert werden müssen, geraten auch die angeschlossenen Kommunen zunehmend unter finanziellen Druck. Dennoch scheute der Kreistag vor einem sofortigen strukturellen Kahlschlag zurück, berichtet der SWR.
Der nun gefasste Beschluss folgt einem sogenannten Tendenzbeschluss aus der Mitte des Kreistags. Damit wurde ein Vorschlag der Kreisverwaltung zunächst zurückgestellt, der eine frühzeitige strukturelle Neuordnung vorgesehen hatte. Dieser sah unter anderem die Entwicklung eines Regionalen Gesundheitszentrums Neckar-Odenwald vor. In diesem Modell wäre das Krankenhaus in Buchen ausgebaut und der Standort Mosbach teilweise in eine sektorenübergreifende Versorgungseinrichtung sowie ein kommunales Medizinisches Versorgungszentrum umgewandelt worden.




