Lörrach: Dreiland-Klinikum präzisiert Kosten und Zeitplan für 2027

Budget steigt auf 512,8 Millionen Euro – Investitionen in Erdwärme, Digitalisierung und KRITIS-Standards sichern Zukunftsfähigkeit des „Lörracher Wegs“

Das Dreiland-Klinikum in Lörrach steuert auf eine entscheidende Phase zu. Wie die Klinikgesellschaft im Rahmen der aktuellen Bauzeitenplanung bestätigt, liegt nun die finale Baukostenprognose für das ambitionierte Neubauprojekt vor: Das Gesamtbudget wird von zuletzt 450 Millionen auf nunmehr 512,8 Millionen Euro angehoben. Trotz dieser signifikanten Steigerung betonen die Verantwortlichen und Aufsichtsratsvorsitzende Landrätin Marion Dammann, dass das Projekt im bundesweiten Vergleich weiterhin zu den wirtschaftlichsten und effizientesten Klinikneubauten zählt. Als verbindlicher Fertigstellungstermin wurde der 31. Dezember 2026 fixiert, sodass der Patientenbetrieb nach einer intensiven mehrmonatigen Test- und Abnahmephase im Frühjahr 2027 starten kann.

Die Gründe für die Kostenentwicklung sind vielschichtig und spiegeln die volatilen Rahmenbedingungen der Baubranche wider. Allein der massive Anstieg des Baupreisindex sowie extreme Preisschwankungen bei Baumaterialien infolge des Ukrainekriegs belasteten das Budget mit einer Mehrsumme von 105,4 Millionen Euro. Weitere 35 Millionen Euro flossen in eine weitreichende ökologische Neuausrichtung: Die Energieversorgung wurde konsequent auf Erdwärme umgestellt, wodurch der Verbrauch fossiler Brennstoffe auf ein Minimum von nur noch einem Prozent reduziert wird – ein entscheidender Faktor für die langfristige Begrenzung der Betriebskosten (OPEX).

Zudem nutzte die Projektleitung die Bauphase für strategische „Nachrüstungen“, um das Haus unmittelbar an die rasanten Veränderungen der Gesundheitspolitik anzupassen. Dazu gehören die Umsetzung der G-BA-Vorgaben für Integrierte Notfallzentren (INZ) mit einem „Gemeinsamen Tresen“ für Klinik und niedergelassene Ärzte sowie die bauliche Vorbereitung auf „Krankenhaus 4.0“. Letzteres umfasst eine vollständige digitale Vernetzung, die speziell auf künftige Anwendungen Künstlicher Intelligenz in der Diagnostik vorbereitet ist. Auch die zunehmende Ambulantisierung wurde in der Raumplanung des OP-Bereichs bereits vorweggenommen, um auf die Vorgaben des KHVVG (Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz) vorbereitet zu sein.

Unter dem Schlagwort „Lörracher Weg 2“ wird dieses Projekt als Blaupause für die Krankenhausreform gehandelt. Es bündelt die Kompetenzen von ehemals vier Klinikstandorten auf einem zentralen, hochspezialisierten Gesundheitscampus, der interdisziplinäre Organzentren und eine moderne Palliativmedizin vereint.

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