Sektorenübergreifendes Modell in Geislingen endet bei nur 11 Prozent Auslastung

KAV sollte die Lücke zwischen Arztpraxis und Krankenhaus schließen – nach rund 350 Patienten fehlen Bedarf, Finanzierung und Voraussetzungen für einen dauerhaften Betrieb

Die Kurzstationäre Allgemeinmedizinische Versorgung (KAV) im Gesundheitszentrum Helfenstein in Geislingen wird Ende 2026 eingestellt. Nach Angaben der AOK Baden-Württemberg waren die acht Betten während der dreijährigen Erprobung lediglich zu elf Prozent ausgelastet. Rund 350 Patientinnen und Patienten wurden seit dem Start im Januar 2024 behandelt.

Die KAV sollte eine Versorgungslücke zwischen ambulanter Behandlung und vollstationärer Krankenhausversorgung schließen. Das Modell ermöglichte eine kurzstationäre Aufnahme von Patienten, bei denen eine ambulante Versorgung nicht ausreichte, eine klassische Krankenhausbehandlung aber vermieden werden sollte.

Nachfrage reicht für dauerhaften Betrieb nicht aus

AOK und ALB FILS KLINIKUM sehen nach der Erprobungsphase keine Grundlage für einen wirtschaftlich tragfähigen Weiterbetrieb. Das Projekt wurde bislang vollständig von der AOK finanziert. Eine Anschlussfinanzierung durch das Klinikum ist nach dessen Angaben nicht möglich.

Hinzu kommen veränderte Rahmenbedingungen durch die Krankenhausreform. Für eine Fortführung der KAV seien die erforderlichen rechtlichen und strukturellen Voraussetzungen derzeit nicht gegeben.

Die Beteiligten wollen die Erfahrungen aus dem Modellprojekt dennoch für die Weiterentwicklung sektorenübergreifender Versorgungsangebote nutzen. Das ALB FILS KLINIKUM hatte Erkenntnisse aus der KAV nach eigenen Angaben auch in Beratungen zur aktuellen Gesetzgebung eingebracht.

Bis zum Jahresende 2026 wird die KAV weiterbetrieben. Die übrigen ambulanten ärztlichen und therapeutischen Angebote des Gesundheitszentrums Helfenstein bleiben von der Entscheidung unberührt.