Landkreis Mittelsachsen will Sana aus Krankenhaus Freiberg herauslösen
Landkreis Mittelsachsen trennt sich von Sana und plant eigenen Klinikverbund
Nach mehr als 30 Jahren Zusammenarbeit strebt der Landkreis das Ende der Partnerschaft mit dem privaten Klinikkonzern Sana am Kreiskrankenhaus Freiberg an. Berichten zufolge wurde der bestehende Managementvertrag bereits gekündigt, zudem wird der Rückkauf der privaten Minderheitsanteile forciert. Ziel der Kreispolitik ist die Fusion der Standorte Freiberg und Mittweida zu einem vollständig kommunalen Klinikverbund.
Sana Kliniken AG zieht sich aus Managementvertrag in Freiberg zurück – Rückführung in kommunale Steuerung geplant
Im Zentrum der Neuordnung stehen die Krankenhäuser in Freiberg und Mittweida sowie deren Tochter- und Servicegesellschaften. Beide Standorte sollen künftig in einem integrierten Gesundheitsverbund geführt werden. Während das Krankenhaus in Mittweida bereits vollständig in kommunaler Hand ist, ist am Standort Freiberg bislang die Sana Kliniken AG mit 26 Prozent beteiligt und zusätzlich über einen Managementvertrag operativ eingebunden.
Dieser Managementvertrag wurde nach gescheiterten Verhandlungen zwischen dem Landkreis und dem Klinikträger zum 31. Dezember 2026 ordentlich gekündigt. Künftig soll das operative Management wieder vollständig durch den Landkreis übernommen werden. Die bestehende Geschäftsführung bleibt davon unberührt.
Parallel dazu laufen Gespräche über den möglichen Rückkauf der Sana-Anteile. Der Landkreis hat hierfür ein Kaufangebot unterbreitet, während ein Gegenangebot der Sana Kliniken AG bislang aussteht. Ziel ist eine vollständige kommunale Trägerschaft des Freiberger Hauses und damit eine einheitliche Steuerung des geplanten integrierten Gesundheitsverbundes.
Landrat Sven Krüger betonte die strategische Bedeutung der Neuordnung: Eine vollständige kommunale Steuerung ermögliche eine zielgerichtete Ausrichtung der Versorgung an regionalen Bedarfen. Die finale Entscheidung liege jedoch beim Kreistag.
Auch aus der Klinikaufsicht wurde der langjährige private Partner gewürdigt. Der Aufsichtsratsvorsitzende der Kliniken Freiberg und Mittweida, Dr. Christoph Trumpp, dankte der Sana Kliniken AG ausdrücklich für die Zusammenarbeit und die Sicherstellung der Versorgung in herausfordernden Zeiten.
Der Landkreis betont, dass die laufenden tariflichen Regelungen sowie die Beschäftigungsverhältnisse zunächst unberührt bleiben. Die Mitarbeitenden seien frühzeitig über die geplanten Veränderungen informiert worden. Mit der geplanten Bündelung der Strukturen soll der „Integrierte Gesundheitsverbund Mittelsachsen“ künftig als einheitlich gesteuerte kommunale Versorgungsstruktur etabliert werden.




