Krankenhaus Leonberg könnte ab 2028 alle Betten verlieren

Im Ältestenrat findet laut Stuttgarter Zeitung eine rein ambulante Zukunft des Standorts Unterstützung – bisheriges Zielbild sah 195 stationäre Betten vor

Dem Krankenhaus Leonberg droht ab 2028 das Ende der stationären Versorgung. Nach Informationen der Stuttgarter Zeitung hat sich der Ältestenrat des Böblinger Kreistags dafür ausgesprochen, die Zahl der stationären Betten am Standort auf null zu reduzieren. Stattdessen sollen in Leonberg künftig ambulante Leistungen angeboten werden. Eine endgültige Entscheidung des Kreistags ist damit noch nicht getroffen.

Die Überlegungen würden das bisherige Zielbild für Leonberg grundlegend verändern. In der Medizinkonzeption 2030 des Klinikverbunds Südwest war der Standort als breit aufgestellter Grund- und Regelversorger mit 195 Betten, 24/7-Notaufnahme sowie Schwerpunkten unter anderem in Innerer Medizin, Chirurgie und Altersmedizin vorgesehen. (1)

Noch im Oktober 2025 hatte der Klinikverbund diese Perspektive ausdrücklich bestätigt und angekündigt, in die bauliche Weiterentwicklung des Krankenhauses zu investieren.

Flugfeldklinikum soll 2028 starten

Zeitlich fällt die mögliche Aufgabe der stationären Versorgung in Leonberg mit der geplanten Inbetriebnahme des neuen Flugfeldklinikums zusammen. Der Landkreis plant, den rund 800 Millionen Euro teuren Neubau mit etwa 700 Betten im vierten Quartal 2028 in Betrieb zu nehmen. (2)

Die bekannt gewordenen Überlegungen haben in Leonberg deutliche Reaktionen ausgelöst. In sozialen Netzwerken wird insbesondere ein möglicher Wegfall der Notfallversorgung kritisiert. Welche ambulanten Strukturen am Standort konkret erhalten oder neu aufgebaut würden, ist nach dem bislang veröffentlichten Stand noch offen. Stuttgarter Zeitung